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Freitag, 25. Mai 2012 | 19:23

Arne Nielsen: Buddeln 1-3

11.03.2007

Finsterer Mummenschanz

Selten hatte wohl die Kritik so recht wie bei diesem literarischen – nennen wir´s ruhig einmal – Blendwerk! Buddeln 1-3 liest sich flott, ist auch irgendwie auf interessante Weise abstrus und doch will sich der Schlüssel in der Zündung nicht so recht drehen. Von CHRISTOPH POLLMANN

 

Der Leser hat ein empfindsames Näschen und er erschnuppert sofort, wenn ihm gerade dorthinein ein Ring verpasst werden soll, um ihn am literarischen Gängelband herumzuführen wie einen beklagenswerten Tanzbären zu einer beklagenswerten Melodie. Und wenn sein Dresseur dann auch noch so herzlos ist wie Arne Nielsen ...


Immer und immer wieder setzt uns der in seinen sieben Geschichten nämlich die gleiche Story vor. Und letztlich ist es gerade der Gestus, von dem wir uns zu Anfang zum sklavischen Lesedienst verführen ließen, der uns am Ende anwidert und entleert zurücklässt.

Nielsens fiktives Irgendwo ist ein künstliches Superamerika mit möglichst normal-scheinenden Wahnsinnigen. Eigentlich keine schlechte Idee. Wäre da nur nicht die Fantasielosigkeit des Autors. Es wird beieinandergesessen wie in einer Biedermeiernovelle und es werden sich Geschichtchen erzählt, hinter denen es ordentlich rumort, die bürgerliche Fassade aber bleibt (fast) unberührt. Das Problem: Es tut nicht gut, und es tut nicht weh, was wir lesen. Kein Drama weit und breit, die „großen Gefühle“ sind ab-, nein geradezu ausgestorben. Diese seelische Taubheit inmitten einer visionslosen Welt ist es, die das Abgründige der Geschichten hervorrufen soll. Doch gelingen tut es zu selten.

 

Karge Kürze

Erzählökonomisch sind Arne Nielsens Texte wirklich kleine Wunderwerke, an denen sich manch angehender Schriftsteller üben und die allzu dicken rhetorischen Hörner abstoßen kann. Doch es ist fast so, als ob Nielsen darin sogar einige Schritte zu weit geht und den Storys auch noch den letzten Funken Geist austreibt. Absurd oft werden die Namen genannt, womit regelrecht eine Beschwörung initiiert wird, von der man nie weiß, wohin sie eigentlich führen soll. Versuchen Sie es nur einmal selbst! Nennen Sie andauernd den Namen ihres Gegenübers und Intensität wie Unsicherheit der Situation erhöhen sich unangenehm schnell. Sprachwitz sucht man außerhalb der schreiberisch souveränen Tricks natürlich umsonst, denn Nielsens Sprache ist geradezu banal, denn die grundlegende Formel seiner Texte ist: seltsame Begebenheiten mit stumpfem Gleichmut hingenommen. Zu wenig, wie wir finden.

 



 

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