Nach dem Beat
In den 70ern war Beat Music tatsächlich schon passé. Als nämlich beatfremdes Material wie Glam Rock, Disco, Reggae und Avantgarde die populäre Musikwelt dominierten, zählten auch die markanten Stimmen des Mersey Beats und der British Invasion im Grunde schon zur Vergangenheit. Was blieb, waren die Vorläufer, besonders der Blues, der in allen nur denkbaren Variationen seine Unsterblichkeitstour startete.
Eine ganze Horde erinnerungswütiger SchriftstellerInnen - von Franzobel bis Matthias Politycki, von Tanja Dückers bis Marlene Streeruwitz - gestatten einen Blick in ihre musikbeseelten Jugendjahre. Ständig begleitet von der damals sehr verunglimpften populären Musik für junge Leute, die heute wie selbstverständlich auch von Feuerwehrkapellen und Sinfonieorchestern (siehe Beatles!) interpretiert wird. Doch als der Kulturkampf in den Sechzigern tobte und Rudi Schuricke und Horst Wendtland aus den Jugendverzimmern vertrieben wurden, klaffte eine ziemliche Lücke im Generationengetümmel. Auch davon erzählen die Beat Stories, die der Literaturkritiker und Publizist Thomas Kraft herausgegeben hat.
Am Ende ist es Nico (Christa Päffgen), die in Gregor Hens kurzer Replik ihre Situation, der des Todes, verlässt. Stationen ihres Lebens und Schlagworte ihres Handelns prasseln in flüchtigen Sätzen auf den Leser ein. Der Titel des Beitrages sagt es: Die meisten Worte fehlen noch. Velvet Underground und La Dolce Vita, Coco Chanel und Lou Reed, ein paar Magnete nur in einem zerrissenen Leben.