Es ist ein Wunder - und eine Schande
Es ist das Alphamännchen und sein Gefolgsmann, der Jäger und der Bezwinger des Feuers. Es pinselt Blut und Dreck an die Höhlenwand und verdient sich die Gunst der Weibchen mit eigenhändig erlegtem Beutegut. Es ist Feldherr und Schamane, Imperator und Hohepriester. Es scheint stets seiner Zeit voraus zu sein, auch wenn es sich hin und wieder als Nostalgiker entpuppt – vermisst es die gute alte Zeit, in der es noch auf der Jagd war, baut es Arenen, um seinen Blutdurst mit Adrenalin zu stillen. Es erfindet sich Götter und ernennt sich zum Gottkaiser. Wenn es mal vom Weg Richtung Abgrund abzukommen droht, dann braucht es keine Angst zu haben, denn unter seinesgleichen findet sich immer irgendwer, der genau weiß, wo´s langgeht. Es will, bei aller Bescheidenheit, nichts anderes als du – es will alles. Am besten gleich. Und für immer.
Verhulst erzählt ohne Umschweife und kommt schnell zur Sache. Sein wortgewordener Rennwagen kommt ohne Kapitel aus, er gönnt sich nur Absätze, um während der rasanten Rallye durch Raum und Zeit immer wieder auf den aktuellen Kilometerstand – pardon, die Uhr – zu schielen. Ganze Äonen werden in einigen Sätzen abgehandelt und scheinen dennoch vollständig erfasst worden zu sein. So kommen einem gottverdammte Jahrmillionen eben wie gottverdammte Tage vor. „Tausend Jahre sind ein Tag“, singt Udo Jürgens im Titelsong der Zeichentrickserie Es war einmal… der Mensch. Und Verhulst zerstreut mit seinem Parforceritt durch die Menschheitsgeschichte diesbezüglich jeden Zweifel.