Schau, schau, denkt man sich so, da hat er also wieder ein Buch gemacht.
Ein gutes noch dazu.
Wurde Zeit, irgendwo zwischen Deutsches Theater und Remix 2 war er ja ein wenig vom Weg abgekommen bzw. pflasterte sich seinen Weg mit eindeutig zu viel Koks.
Das ist jetzt nicht nur wegen der Sensationsgier wichtig. Wichtig ist es vor allem deshalb, weil Benjamin v. Stuckrad-Barre bzw. derjenige, der über ihn als Person schreibt, also Benjamin v. Stuckrad-Barre, aber der andere, der, den man in den Texten nicht sieht, einen alten journalistischen Fluch ganz wunderbar illustriert: Den Fluch des Ich.
Man sieht auch das sehr gut an Rezensionen, die zu Auch Deutsche unter den Opfern erschienen sind, die sämtlich, um das Buch irgendwie zu beschreiben, einen Eiertanz vollführen und sagen, ja, es sei schon irgendwie Journalismus, aber schon auch irgendwie Literatur, und gar nicht auf den Gedanken kommen, dass das gar nicht das Problem ist. Wie sollten sie auch? In der amerikanischen Reportage ist es ganz normal, den Reporter als Person in die Reportage einzubauen, die deutsche Tradition versteht den Reporter als eine objektive, seelenlose Kamera, die einfach nur aufzeichnet. Die deutsche Reportage kennt nur selten ein Ich.