Es muss nicht immer Johnny Cash sein. Auch Chip Taylor kann Ohr und Herz erfreuen, wenn man Country & Western mag. Die Ingredienzien sind schnell genannt: eine angenehme Stimme, einfache Melodien, die sich unmittelbar einprägen, poetische Texte, meist über alltägliche Themen, und Arrangements, die die Intimität des Vortrags verstärken, vor allem aber eine demonstrative Unaufgeregtheit, eine lockere Lässigkeit im Tonfall. "Unglorious Hallelujah" heißt denn sehr passend die eine von zwei CDs in dem gleichnamigen Paket, "Red, Red Rose & Other Songs Of Love, Pain & Destruction" die andere. Das macht ruhig, will nicht aufputschen. In den USA sind die Übergänge fließend zwischen den Singer Songwriters der eher konservativen Country Music und jenen des linken Protests. Musikalisch lässt sich deren Idiom oft kaum unterscheiden. Und bei Chip Taylor dürfte eine Einordnung ins politische Koordinatensystem nicht verfangen. Muss es aber auch nicht. Auch Linke wollen manchmal einfach nur kuscheln. Dafür jedenfalls kann Chip Taylor empfohlen werden.
Thomas Rothschild
Chip Taylor: Unglorious Hallelujah. 2 CD. train wreck, TW023 (Vertrieb: in-akustik). Erscheint am 22. September.
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