Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 17:53

 

Karin Fellner: in belichteten wänden

15.10.2007


Knackig und verdichtet

Karin Fellner schafft mit ihrem Erstling in belichteten wänden ein rundum geglücktes Gedichtbuch.

 

Wenn Gedichte nicht verdichtet werden – auf ihre je ganz eigenwillige Art –, ja, was haben wir denn dann? Gedichte jedenfalls – in der Regel – nicht. Die Beherrschung von Stilmitteln, die das Verdichten überhaupt erst ermöglichen, gehört zum Handwerk des Gedichtschreibers – und sei es, dass er sie bewusst nicht einsetzt. Bei der in- und extensiven Lektüre der Gedichtbände in diesen Zeiten – pars pro toto benenne ich die besonders gelungenen, im frühen Herbst 2007 erschienenen Gedichtbände von Andreas Noga (Bernsteinäugiges Fellchen), Jan Volker Röhnert (Metropolen) und Rainer Stolz (Während mich die Stadt erfindet) – stelle ich fest: Grundsätzlich wird diese eigentliche Selbstverständlichkeit von der Mehrzahl der Lyrik verfassenden Menschen befolgt, aber der Qualitätsunterschied ist – naturgemäß und selbstverständlich – immer wieder augenfällig. Es gehören eben auch die außergewöhnliche Begabung und das besondere sprachliche Sensibilisierungsvermögen sowie manches andere hier nicht weiter zu Benennende dazu. Wo all diese glücklichen Momente im Schmelztiegel der Tätigkeit und Existenz des Autors aufeinander treffen, gelingen die Gedichtbände, die mich unter den vielen, die ich in jedem Jahr lese, ganz besonders ansprechen – wie die eben erwähnten.

Karin Fellners Erstling in belichteten wänden hat mich ebenfalls in diesem Sinne besonders angesprochen und überzeugt. Auch, weil in diesen Gedichten packende sinnliche – knackige – Sequenzen zu lesen sind und nicht etwa bloß präzise beobachtete (oft belanglose) Banalitäten. Mancher hochgejubelte und preisgekrönte Lyrikband der letzten Jahre hat längst nicht die Qualität von Karin Fellners feinem, bis zum letzten Vers durchwirkten Gedichtbuch. Dort finde ich ein oder zwei herausragende Gedichte und viel durchaus Gelungenes, das mich wegen seiner konventionellen und mit wenigen Überraschungen aufwartenden Art nicht weiter affiziert, während ich hier, wie vergleichsweise in Christine Langers Lichtrisse oder Nora Bossongs Reglose Jagd (ebenfalls kürzlich erschienene Debütbände), so lange in einem atemlosen und berauschenden Lesevergnügen gefangen bleibe, bis ich das letzte Gedicht gelesen habe.

Kurz: in belichteten wänden ist ein rundum geglücktes Gedichtbuch, dessen Lektüre – vielleicht gleich im Verbund mit Lichtrisse und Reglose Jagd und/oder den oben erwähnten Büchern (so dass Sie mit drei Damen und drei Herren eine virtuelle wilde Lyrikparty feiern können) – ich Ihnen sehr ans Herz lege.

Theo Breuer


Karin Fellner: in belichteten wänden. Gedichte. yedermann Verlag 2007. 99 Seiten. 13,00 Euro. ISBN 978-3-935269-36-0

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...