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Freitag, 25. Mai 2012 | 18:00

 

Pablo Neruda: Der unsichtbare Fluß

12.02.2004

 




Immer neue Nuancen




 

Gedichte von Pablo Neruda, der in erster Linie Oden, politische Gedichte und Liebeslyrik verfasste, kann ich nicht oft genug lesen. Er gehört zu meinen erklärten Lieblingsdichtern, und ich besitze eine ganze Reihe seiner Bücher. Trotzdem lese ich auch Der unsichtbare Fluß mit Gedichten aus seiner ganzen 50jährigen Schaffensperiode von 1923 bis 1973 wieder mit Gewinn - obwohl ich ja etliche Gedichte bereits kenne. Aber was heißt hier obwohl. Gedichte Nerudas muss ich wieder und wieder lesen, und der intertextuelle Aspekt sorgt bei der jeweils verschiedenen Anordnung der Gedichte dafür, dass sich immer wieder neue Nuancen der Verse in den Vordergrund schieben. Sehr gut finde ich die Entscheidung, vor die Kapitel Passagen aus Nerudas Autobiographie Ich bekenne, ich habe gelebt zu setzen, die die Gedichte der verschiedenartigen Perioden dokumentierend einleiten.

Ganz besonders empfehlenswert ist das Buch natürlich für die Leser, die noch kein Buch von Neruda gelesen haben: Victor Farias gewährt mit seiner Auswahl und dem kenntnisreichen Nachwort einen vorzüglichen ersten Blick über das gewaltige dichterische Werk eines der größten (südamerikanischen) Dichter des 20. Jahrhunderts, der 1971 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Hier

Ich kam nach hier, die Glocken zu zählen,
die leben im Meer,
die läuten im Meer,
drinnen im Meer.

Drum lebe ich hier.



Von Theo Breuer


Pablo Neruda: Der unsichtbare Fluß. Ein lyrisches Lesebuch, 272 Seiten, Broschur, 19,50 DM. SL 2002

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