buchstabmbeben
Dass Wortlos neben (sagen wir) normalen Gedichten und Sonetten auch Visuelles enthält, verwundert nicht, wenn man Breuers Vorliebe für Mail Art und Stempelarbeiten sowie das 2007 bei der irischen Redfoxpress erschienene WORD THEATRE kennt – wobei mir wieder mal bewusst wird, dass ich mit visueller Poesie nur selten wirklich warm, geschweige denn heiß werde. Ein Gedicht sollte auch bestehen können, wenn es nicht in den Umrissen einer menschlichen Gestalt daherkommt. Bezeichnenderweise ist „drei männer im nebel“ denn auch (bis auf eine ausgesprochen schöne Endung) der schwächste unter ansonsten starken Texten.
Um Längen besser ist das dreiteilige „still he is turning: one two three“, zugedacht dem 2007 verstorbenen, aufgrund seiner jüdischen Abstammung 1933 nach England emigrierten Michael Hamburger, der eben dort nicht nur als Schriftsteller bekannt war, sondern sich auch als Apfelzüchter einen Namen gemacht hat.
three: der garten das haus der tisch
noch mal raus
paar äste sammeln
untern arm klemmen
luft schnappen
renettenreste gammeln
unter stämmen
der duft der blätter
im frühjahr ein gedicht
fisch zu mittag
und die briefe müssen
zum königlichen kasten
jenseits der schmerzgrenze
paar gäste im anmarsch
zeit nehmen für den russischen tee