I Luftbrücke - (rettende) Wege in die Zweisamkeit?
Heiße Herdplatten und „so viele SMS wie Döner“ bleiben meist vergebliche Versuche, die Brücke zum (begehrten und geliebten) Gegenüber zu schlagen. Die Frau wird zur Idiotin, der Mann zum chinesischen Haustier oder zum vergänglichen „Husband for a Night“. Was bleibt, ist die Feststellung, dass sich „inniglich“ auf dem Handy „honiglich“ mit Worterkennung tippt.
Es sind quälende Gedankenblasen, die der Andere zu lösen vermochte, wäre er noch da. Doch die Retter und Erlöser bleiben fern, kein Therapeut in Reichweite, kein Tortenheber, um das Gehirn auf die noch nicht abgenutzte Hälfte umzuwenden.
Die Negation, die Auslassung, das zu Sagende vernebeln erscheinen in Nachrichten aus der Luft als beliebtes Prinzip: Wir lesen von der Liebe, die in den Versen verschwindet; der Andere wird erst im Wegsehen erkannt; wie die Liebe ist, erfahren wir nicht, nur dass die Adjektive des lyrischen Ichs zahllos seien, um diese zu beschreiben; Seitensprünge sind flüchtig und verschwinden ins „Nachtnichts“; Kapitulation wird zum vielversprechenden Ausweg, wenn nichts mehr geht und Zweisamkeit zu Einsamkeit verkommt.
Auch Rachegelüste und Küchenutensilien als Folterinstrumente sind zugelassen: Dem Verlassenden mit Hund werden Flöhe hinterher gewünscht, ein Löffel führt dazu, dass das Herz des Verlassenen am Ende im Container landet.
Nur Schreibmaschinenschrift scheint Zeuge und Bewahrer des Liebesspiels zu sein: „sex.doc“, an dessen Ende die Liebe aber doch auf einer Torte erkaltet.