Giorgio Faletti: Ich töte.
11.07.2005
Spitzen-Spannung
Das Debüt „Ich töte“ von Georgio Faletti begeistert rundum. Spannung auf allen Ebenen, eine wahrhafte Spitzenleistung auf diesem Gebiet. Schade, dass es drei Jahre gedauert hat, bis dieser Spitzenkrimi auf Deutsch erscheinen konnte.
Kann man einem modernen Krimi, in dem Rätsel- wie Thrillerelemente geschickt zum Einsatz kommen, ein größeres Kompliment machen als das, dass er ungeheuer spannend ist? Für Georgio Faletti jedenfalls scheint Spannung auf diesen beiden Ebenen selbstverständlich zu sein. Er schafft es, den Leser durchgängig zu fesseln, ja weit darüber hinaus zu gehen. So werden etwa die Vorgeschichten der Hauptfiguren psychologisch so glaubwürdig und überzeugend eingewoben, dass ein absolut differenziertes und dennoch geschlossenes Bild entsteht. Er arbeitet stilistisch sauber, deutlich, sodass die komplexe und dennoch stets klar vor Augen geführte Geschichte sehr einprägsam ins Bewusstsein dringen kann. Spaß machen auch die vielen originellen aber stets passenden Metaphern, insbesondere die Vergleiche, die absolut überzeugen, aber am Ende weniger werden.
Überhaupt ist am Ende der Lektüre ein wenig Katerstimmung angesagt, aber ist – um es einmal übertragen zu sagen – dies nicht bei jedem exzessiven Genuss vom Hochprozentigen der Fall? Das Verlangen nach mehr Faletti macht sich eindeutig bemerkbar und man hofft inständig, dass ein neuer Faletti nicht wieder drei Jahre benötigen wird, um ins Deutsche übersetzt zu werden. Den Übersetzern gehört übrigens ebenfalls ein dickes Lob, selten hat man nämlich den Eindruck von einer solchen Professionalität und Sorgfältigkeit ihrer Arbeit. Der Fall
Jean-Loup Verdier, eine der Hauptfiguren des Romans, führt ein scheinbar sorgloses Leben. Er lebt in einer Villa und ist Starmoderator einer beliebten Call-in-Sendung „Voices“ von Radio Monte Carlo. Als ein unbekannter Anrufer gesteht, ein Mörder zu sein, tut Jean-Loup dies zunächst als Scherz ab. Als aber am nächsten Tag die Leichen eines berühmten Formel-1-Fahrers und seiner Freundin tot auf ihrer Yacht gefunden werden, bricht das Verbrechen in die sonst heile Welt von Monaco ein. Insbesondere die Art des Mordes - den beiden wurde die Gesichtshaut abgezogen - lassen auf einen besonders grausamen, dabei sehr überlegt vorgehenden Täter schließen. Der Mörder hat nichts als einen Schriftzug aus Blut hinterlassen: „Ich töte“. Der fürchterliche Mord bleibt nicht der einzige. So meldet sich der unbekannte Anrufer erneut bei Radio Monte Carlo, kündigt eine neue Tat an und gibt der Polizei sogar Hinweise auf das nächste Opfer. Der Hinweis ist ein bestimmter Musiktitel. Wer ist dieses Phantom, den Frank Ottobre, ein freigestellter FBI-Agent und Nicolas Hulot, Kommissar der Sûreté, nun fieberhaft zu ergreifen suchen? Eine Jagd rund um Monaco und der wunderschönen südfranzösischen Küste beginnt, in deren Verlauf es einige Überraschungen geben wird.
Frank Kaufmann
Giorgio Faletti: Ich töte. Roman. Aus dem Italienischen von Christiane Rhein, Suse Vetterlein und Sigrun Zühlke. Goldmann, München, 2005. Taschenbuch, 671 S., 10 ¤. ISBN 3-442-45758-0.
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