Alice Blanchard : Todesgut
02.01.2007
Wissenschaftlerin auf Mörderjagd
Ein Turbo-Krimi, schnell im Tempo, flott geschrieben, bestens erzählt und dazu absolut spannend!
„Sie wollte der erste Mensch auf der Welt sein, dem es gelang, eine neurodegenerative Erkrankung durch Gentherapie zu besiegen:“ Daisy ist Wissenschaftlerin in einem Bostoner Forschungslabor, ehrgeizig, intelligent, attraktiv, das findet nicht nur ihr Professor. Bekämpfen und erforschen will sie die Erbkrankheit, der auch ihr Bruder zum Opfer fiel. Mit dem Forschungsprojekt steht sie kurz vor dem Durchbruch, dann aber kommt ein Anruf ihrer Mutter: „Anna ist verschwunden.“ Anna ist Daisys Schwester, sie ist psychisch krank und schon öfter wurde sie vermisst, tauchte aber stets wieder auf. Dennoch: dieses Mal scheint irgendetwas anders zu sein. Gemeinsam mit Detective Jack Makowski macht sich Daisy auf Spurensuche und schnell sind beide mitten in schauerlichen Geschehnissen. Mehrere Frauen sind verschwunden, eine Mordserie hält alle in Atem. Ist auch Anna einem Serien-Killer zum Opfer gefallen?
Schnelle Szenenwechsel, lebhafte Dialoge
Es sind viele bemerkenswerte Gedanken miteinander verwoben: Gentherapie ist für sich gesehen schon ein Thriller, dann ist da die mysteriös verstrickte Beziehung zwischen Daisy und Anna und ihrer Mutter, ein Aufwühlen der Vergangenheit scheint unvermeidbar. Und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, es gibt sogar ein Happy End, so viel sei verraten.
Bis dahin aber bestimmen schnelle Szenenwechsel das Geschehen, lebhafte Dialoge und kurze Kapitel. Alice Blanchard hat es nicht mit ausufernden Beschreibungen, klar, schnell visuell umsetzbar, begreift und liest man ihre Szenerie, lebendig und plausibel sind ihre Figuren. Ein mit über 400 Seiten langer Roman, dem aber an keiner Stelle der Atem ausgeht. Ihr dritter Roman ist es, und mit ihm ist Alice Blanchard der große Wurf gelungen!
Barbara Wegmann
Alice Blanchard : Todesgut. Hoffmann und Campe 2006. 415 Seiten. 19,95 Euro.