Kennzeichen T - 25.05.2012 Thomas Kistner: Fifa-Mafia Men in Black 3 - jetzt im Kino! Frankie Chavez: Family Tree "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 22:43

Vom Ende eines Kult-Shops

18.04.2009

Aus für Murder One

Mit großem Bedauern müssen wir das Ende von Murder One, dem großartigen und wegen seines Netzwerkcharakters unendlich wichtigen Buchladens für Crime Fiction in London bekannt geben. Wann immer man in Maxim (benannt nach dem berühmten Maschinengewehr) Jakubowskis Laden kam, es war immer jemand da, den man kannte oder mit dem man ins Gespräch kam. Die KollegInnen unserer Partner-Page Europolar haben eine kurze Notiz von CLAIRE GORRARA veröffentlicht.

 

Das Ende einer Ära

Mit großem Bedauern müssen wir das Ende von Großbritanniens letzten verbliebenen Spezial-Buchladen für Kriminalliteratur verkünden. Murder One war fast 21 Jahre in der Charing Cross Road in London zu finden und hat die Türen Ende Januar für seine Kunden endgültig geschlossen. Der Laden wird jedoch weiter als o­nline-Shop existieren.
Sein Gründer Maxim Jakubowski war im Begriff sich Ende 2009 zur Ruhe zu setzen, konnte aber keinen Käufer für den hoch geachteten Buchladen finden. Im „Guardian“ beklagte er, dass er sehr nah daran gewesen war zu verkaufen, doch die Finanzkrise schlug zu und alle wurden sehr, sehr vorsichtig.

Das Ableben von Murder One wurde in britischen Zeitungen und im Internet sehr bedauert: Kriminalautoren, Kritiker und Leser haben der Fachkenntnis, der Gastlichkeit und dem nicht nachlassenden Enthusiasmus des Personals ihre Anerkennung gezollt. Hier gab es einen Buchladen, der Kriminalliteratur ernst genommen hat und gleichzeitig eng mit der Welt der Leser verwurzelt blieb. Lesungen und andere Veranstaltungen wurden organisiert, um die Verbindung zwischen Autoren, Kritikern und einem breiteren Publikum zu ermöglichen.
Mit dem Verschwinden von unabhängigen Buchläden in Großbritannien generell, ist die Schließung von Murder One nur mehr ein Zeichen der Zeit – ein unvermeidliches Beiprodukt des Wachstums der Internet-Verkaufs-Giganten wie Amazon und anderen Buchhandelsketten.

In der Tat verkörpert für viele der Verlust von Murder One das Diktum “use it or lose it“ – kaufe deine Bücher in dem Buchladen um die Ecke oder sieh zu, wie er verschwindet. Besonders für die Welt des Kriminalromans bedeutet die Schließung von Murder One das Ende einer Ära. Kriminalliteratur hat in Großbritannien damit eine der besten Werbeplattformen und ein prominentes Schaufenster für alle ihre Formen verloren. Wir alle werden Murder One vermissen.

 

(dt. von Maria Lesinski)

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

 

TITEL-Kulturmagazin bietet regelmäßig Neuigkeiten aus Literatur, Musik und Film. Unabhängig und kompetent - seit über 10 Jahren!

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Dichter und Diplomat

»Ich erzähle von Dingen, die mich sehr stark geprägt haben. Zum Beispiel, der Spanische Bürgerkrieg aufgrund der vielen Republikaner, die in Mexiko Zuflucht suchten und die ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Raubbau an Körper und Seele

In Stiche erzählt David Small die Geschichte seiner Kindheit und Jugend im wissenschaftshörigen Amerika der ...

Kampf der Superlative

Wenn ausgerechnet Incal-Autor Alejandro Jodorowsky, der inzwischen auch »Heilung durch Kunst« betreibt, die Geschichte des mächtigsten Killers des Universums erzählt, ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Back for good

Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus den 70ern, vorgestellt von TOM ASAM.

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...