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Freitag, 25. Mai 2012 | 22:47

Michael Gruber: Shakespeares Labyrinth

11.07.2009

Neues von Shakespeare

Der neueste Roman von Michael Gruber, einem Professor der Meeresbiologie, begibt sich auf die Suche nach einem verschollenen Shakespeare-Manuskript. Maria Lesinski nähert sich dem eher nicht bahnbrechend originellen Text „comme il faut“: streng formal …

 

Der Aufbau

Begrüßt werden wir von einem Ich-Erzähler (einem Anwalt für Urheberrecht), der sich in das Ferienhaus eines Freundes geflüchtet hat und jeden Moment mit seinem Tod rechnet. Er schreibt die Geschichte einer gefahrvollen Jagd nach einem Manuskript auf, welches Albert Crosetti – ein Filmfreak – zufällig zusammen mit seiner Arbeitskollegin Carolyn entdeckt hat. Ein vielversprechender Einstieg, doch liest man weiter, bekommt man das Gefühl, sich durch eine zwar korrekt konstruierte, aber gerade deswegen nicht lebendige Geschichte zu arbeiten: Mal erzählt der Anwalt, mal Albert, dann werden Sequenzen auf einem verschlüsselten Brief wiedergegeben. Nach und nach verknüpfen sich die verschiedenen Erzählstränge. Zum Ende trifft sich alles im Haus vom Anfang und wir bekommen sogar noch ein wenig Action geboten. Yeah!

 

Die Figuren

Der Anwalt: geschieden, zwei Kinder, reich, ehemaliger Gewichtheber
Albert Crosetti: Filmfreak, arm, aber verliebt
Carolyn Rolly: die geheimnisvolle Unbekannte
Richard Bracegirdle: Autor des verschlüsselten Briefes

Nun ja, das ist tatsächlich so ziemlich alles, was sich zu den Figuren sagen lässt. Sie bleiben flach und ohne Persönlichkeit. Lediglich Carolyn bringt etwas Spannung in die Figurenkonstellation und sorgt immer wieder für Überraschungen, aber deswegen ist sie ja die geheimnisvolle Unbekannte.

Aber natürlich wollen wir auch die Nebenfiguren nicht vergessen: Shakespeare-Experten, russische Gangster, ein religiöser Bruder … Da fragt man sich dann schon, ob es ein Zufall ist, dass gerade der Anwalt, der aus einer Mafiafamilie stammt, zu einer der Hauptfiguren des Romans avanciert.

 

Pluspunkte

1.     Der Roman ist gut recherchiert und wir erfahren mit Sicherheit Dinge über Shakespeare, die wir davor nicht wussten (Shakespeare-Fans dürfen sich also freuen).

2.     Obwohl etwas langatmig, liest er sich doch gepflegt weg. Erst nach und nach werden die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen aufgedeckt, was für Spannung sorgt. Immerhin.

3.     Aktion – es gibt Verfolgungsjagden, Morde, Pistolen und Entführungen.

4.     Es gibt eine kleine Liebesgeschichte.

5.     Wir lernen, wie verschiedene Geheimcodes entschlüsselt werden – unsere Tagebücher werden also in Zukunft um einiges sicherer sein.

 

Das Urteil

Obwohl man diesen Roman wahrscheinlich nur einmal liest, kann sich dieses eine Mal durchaus lohnen, wenn man Freude an possierlich gestrickten Kriminalgeschichtlein hat.

 

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