Es gibt Frauen, die kaufen immer schwarze flache Schuhe, weil sie denken, die schwarzen Schuhe, die sie haben, passen zu nichts. Dann gibt es Frauen wie mich, die dem Krimibuchhändler ihres Vertrauens auf die Nerven gehen, weil sie „irgendwie so was wie Chicklit – aber nicht so unemanzipiert“ lesen wollen. So Frau Lehmann, jetzt bitte nicht an die Decke gehen, der Vergleich hinkt, ich weiß.
Aber andererseits passt der Vergleich auch. Denn Lisa Nerz ist genau die Frau im Kriminalroman, die ich immer gesucht habe, sie ist meine Carrie Bradshaw (Erläuterung: die Hauptfigur von Sex and the City, Journalistin in New York). Eigentlich mag Lisa Nerz die Sachen, die andere Frauen auch mögen: Kleidung, Stilveränderung, ihren Dackel, Männer, Frauen. Sie hat einen ‚Mr. Big‘, der bei ihr der „Lebensabschnittsirrtum Richard“ heißt. Nur dass Lisa nicht mit überdimensionierten Blumen am Revers und 8-cm-Jimmy-Choos durch New York stöckelt, Diät macht und Cosmopolitan trinkt, sondern eben in Boots und Lederjacke durch Stuttgart im Porsche fährt und eher einem Pils zuspricht. Im Ergebnis ist das auch bequemer und Stuttgart ist zumindest insofern interessanter als New York, als kein Übersetzer auf die Idee kommt, schwäbisch in einen Fantasieslang zu übersetzen. Was – analog gedacht – bei einem Krimi aus Brooklyn durchaus vorkommen kann.