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Donnerstag, 09. Februar 2012 | 05:39

FlashForward

15.05.2010

Der Blick in die Zukunft

Am 6. Oktober hatte die gesamte Menschheit für 2 Minuten und 17 Sekunden einen Blackout. Dabei blickte die ganze Welt ein halbes Jahr in die Zukunft. FlashForward, ein neues amerikanisches Serienhighlight, basierend auf dem gleichnamigen Roman des kanadischen Science-Fiction-Autors Robert J. Sawyer, widmet sich der Sehnsucht und dem Fluch, die eigene Zukunft zu kennen. DOREEN WORNEST verrät uns, was sie montags, um 21:10 Uhr tut …

 

FBI-Agent Mark Benford (Joseph Fiennes) erwacht in einem umgestürzten Fahrzeug. Um ihn herum herrscht Chaos – Hochhäuser brennen, Autos explodieren und Menschen schreien. Panik und Ratlosigkeit spiegeln sich auf den blutüberströmten Gesichtern in seiner unmittelbaren Umgebung. Was ist passiert? Auf der eilig einberufenen Notstandssitzung des Federal Bureau of Investigation erfährt der Zuschauer, dass ein globales Phänomen das Bewusstsein der Weltbevölkerung für 137 Sekunden in die Zukunft katapultiert hat. Dieser Vorfall kostete 20 Millionen Menschen das Leben – allein in den USA sind 877 plötzlich führerlose Flugzeuge abgestürzt.

 

Da Agent Benford in seiner Zukunftsvision an der Aufklärung genau dieses Falls gearbeitet hat – oder besser, arbeiten wird – richtet das FBI eilends eine Datenbank namens „Mosaik“ ein, die in eben jener Vision als Plattform für den Austausch über das Gesehene genutzt wurde, bzw. wird. Hat Benford dadurch aktiv an der Erfüllung seiner Zukunftsvision teilgehabt, oder wäre er ohnehin mit dem Fall betraut worden? Viele Menschen schöpfen große Hoffnung aus dem Gesehenen. Aber was ist, wenn der Blick in die Zukunft weniger schön war? Und was ist mit den Menschen, die gar keine Vision hatten? Haben sie nur geschlafen, oder bedeutet das, dass sie in einem halben Jahr nicht mehr am Leben sein werden?

 

Ähnlich der Serie Lost (in diesem Jahr läuft die finale Staffel) wirft FlashForward mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Schon der Pilot steht einer großen Hollywoodproduktion in nichts nach. Das Ausmaß der Zerstörung durch bewusstlose Flugzeug- oder Helikopterpiloten, Autofahrer und Ärzte inmitten einer Notoperation jagt beeindruckende Schauer über den gebannten Zuseher, der genauso verstört ist wie die Akteure auf dem Bildschirm.

 

Namhafte Schauspieler

Auch an namhaften Schauspielern wurde nicht gespart; neben Joseph Fiennes als arbeitsversessenen FBI-Agenten Mark Benford sieht man als seinen Partner John Cho, der im letzten Star Trek-Abenteuer als Leutnant Sulu zu sehen war, sowie den in Der Fluch der Karibik-Trilogie glänzenden Jack Davenport (alias Commodore James Norrington), der hier als Wissenschaftler zum Zeitpunkt des Blackouts ein Experiment durchführte und sich für den Verursacher des Ganzen hält. Aber so einfach liegen die Dinge in Erfolg versprechenden Serien natürlich nicht! Das FBI findet bei seinen Untersuchungen eine Videoaufzeichnung aus einem Stadion, auf der eine Person zu sehen ist, die als einzige während des Blackouts nicht ohnmächtig in die Zukunft blickt. Hat „suspect zero“ etwas mit dem Phänomen zu tun? Die Jagd ist eröffnet.

 

Chaos und Entsetzen

Die Chaosforschung besagt, dass in einem dynamischen System schon geringe Änderungen der Anfangswerte zu einem völlig anderen Verhalten führen können. Ist es also überhaupt möglich, dass die gesehenen Visionen eintreffen, jetzt, da man weiß, was die Zukunft bringt? Und was ist, wenn man seine Vision auf gar keinen Fall realisiert sehen will? Der Zuschauer wird ständig aufs Neue mit der Frage konfrontiert, was er selbst in einer solchen Situation tun würde. Ständiger Begleiter ist der Flügelschlag des Schmetterlings am anderen Ende der Welt.

 

Die Serie vereint spannungsgeladene Actionsequenzen, wildeste Verschwörungstheorien und gepflegte Geheimdienstarbeit mit hoffnungsvollen und trostlosen Menschenschicksalen und schafft einen extrem hohen Suchtfaktor. Daumen nach oben für den neuen US-Import.

 

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Guter Beitrag.
| von Jörg Hoewner, 17.05.2010

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