Selbstsicherheit zurückgewinnen
Die Abenteuer in der Erdhöhle sind lustig ausgedacht, die neuen Freunde, allesamt Gestalten mit besonderen Eigenheiten, sind überzeugend und kindgerecht, ohne albern zu sein. Dass Papageno angeführt wird, ist allerdings ein Ausrutscher, Die Zauberflöte ist entgegen der sich neuerdings epidemisch ausbreitenden Ansicht definitiv keine Kinderoper. Ein Pluspunkt dagegen ist eine muntere und liebenswerte Spinne, eine immer noch viel zu seltene Figur in der Kinderliteratur.
Die Eigenheiten der neuen Spielgefährten helfen Alma, zu ihren eigenen Besonderheiten zu stehen. Tatsächlich gewinnt Alma mit dem Rückzug in die eigene Fantasiewelt ihre Selbstsicherheit zurück. Zu sich selbst stehen ist wichtig, auch wenn es weh tut, ist eine gute Lehre, die kleine Leserinnen aus dieser Geschichte mitnehmen.
Die Illustrationen von Joëlle Tourlonias entsprechen der gleichzeitig sparsamen wie bedeutungsvollen Wortwahl von Huppertz. Was erzählt wird, wird gezeigt, in Vignetten, kleinen Zeichnungen und ganzseitigen Illustrationen. Braun- , Gelb- und Rottöne machen das Ganze lebendig und verleihen ihm eine eigene Charakteristik. Im Unterschied zu dem, was die Sätze vermitteln, sind Zeichnungen und Farbgebung eher Trostspenderinnen, eine interessante Ergänzung.
Ein angefügtes Leseübungsheft hilft Anfängerinnen mit Verständnisfragen und kleinen Spielen. Der Bücherbär aus Plastik, der am Lesebändchen hängt, mag für Kinder gedacht und auch Markenzeichen der Reihe sein, ist aber ein falsches Signal in unserer von Plastik zugemüllten Welt – gerade bei Kinderbüchern.