Avi: Crispin - Ein Leben vogelfrei. Ab 12
06.05.2004
Auf sich gestellt
Avi lässt auf spannende Art eine fremde Zeit lebendig werden und stattet sie mit genau recherchierten historischen Details aus, die die Story glaubwürdig und authentisch machen.
Nach dem Tod seiner Mutter ist der junge Crispin ganz auf sich selbst gestellt. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt und jetzt, wo er allein auf der Welt ist, muss er auch noch mit ansehen, wie ihre Hütte, sein einziger Besitz, niedergebrannt wird und erleben, wie der Gutsvogt Aycliffe ihn des Diebstahls bezichtigt und für vogelfrei erklärt.
Crispin ist unschuldig, aber was nützt ihm das? Wir schreiben das Jahr 1377 und vogelfrei zu sein, bedeutet das Ende. Allen Widrigkeiten zum Trotz gelingt Crispin, der das kleine englische Dorf zuvor noch nie verlassen hat, die Flucht. Aber was soll er tun? Wo kann er sich verstecken und wie überleben? In den Wäldern gerät er an einen herumziehenden Gaukler, genannt Bär, dem er sich wohl oder übel anschließt. Das ungleiche Paar zieht von Dorf zu Dorf, und auf dem Weg in die großen Städte wird Crispin Bärs Gehilfe. Aber warum verfolgen die Häscher des Vogts den Jungen nach wie vor? Irgendwo schlummert ein Geheimnis – und als Crispin ihm auf die Spur kommt, ist es schon fast zu spät.
Avi lässt auf spannende Art eine fremde Zeit lebendig werden und stattet sie mit genau recherchierten historischen Details aus, die die Story glaubwürdig und authentisch machen. Wie Crispin, dem unwissenden Dorfjungen, von dem kritisch denkenden Bär nach und nach die Augen geöffnet werden, wird ohne Sentimentalität geschildert und gerade dadurch wird die langsam wachsende Freundschaft zwischen den beiden umso überzeugender. Ein spannender Abenteuerroman voller Sinneseindrücke und Emotionen aus dem Blickwinkel eines Jungen, der die Welt mit neugierigen, offenen Augen betrachtet.
Andrea Wanner
Avi: Crispin – Ein Leben vogelfrei
Carlsen 2004. Gebunden. 256 Seiten.
Ab 12. 13,50 Euro.
ISBN: 3-551-58108-8