Als neunjähriges Mädchen wird Freda Oppermann Opfer einer Geiselnahme. Die Kleine, die nur kurz in das Fast-Food-Restaurant zurück gekommen war, weil sie die beliebten Sammelsticker vergessen hatte, gerät zusammen mit anderen harmlosen Gästen in die Gewalt eines Fanatikers, der keine Forderungen zur Freilassung der Geiseln stellt, sondern sie einem Erziehungsprogramm unterwirft. Hilflos einem unberechenbaren Psychopathen ausgeliefert, bangen die Menschen um ihr Leben.
Freda überlebt das Geiseldrama. Zehn Jahre später taucht ein Journalist bei ihr auf und stellt noch einmal Fragen.
Ian Bone schildert glaubwürdig, wie eine junge Frau, die ein extrem belastendes, traumatisches Erlebnis hinter sich hat und seither mit dem Gefühl leben muss, dass nichts mehr im Leben stimmt, sich der Erinnerung stellt. Ist sie, das wehrlose Opfer, schuldig geworden? Hat sie als neunjähriges Kind einen Fehler begangen?
Verdrängung, Albträume, Wut und Scham: endlich löst sich die Blockade in Freda und sie erinnert sich detailliert an das, was damals wirklich geschah.
Das Geständnis einer Unschuldigen berührt zutiefst. Die beklemmende Atmosphäre während der Geiselnahme, die Annäherung eines einsamen kleinen Mädchens an den Geiselnehmer rauben einem den Atem. Ian Bone nimmt sich Zeit, das Geschehen damals und die Gefühle heute minutiös und eindringlich zu beschreiben, gleichzeitig hat die Geschichte aber die Spannung eines echten Thrillers.
Andrea Wanner

Ian Bone: Geständnis einer Unschuldigen.
Aus dem australischen Englisch von Cornelia Holfelder-von der Tann.
Ravensburger 2004. Gebunden. 330 Seiten.
Ab 14. 14,95 Euro.
ISBN: 3-551-58108-8