Kate Banks: Vogelkind
27.05.2004
Warum Dillon Dillon?
Leise und poetisch erzählt Kate Banks von einem ganz besonderen Sommer und Seite um Seite schafft sie magische Stimmungsbilder, die unter die Haut gehen.
Dillons zehnter Geburtstag ist ein wunderschöner Tag. Ein perfekter Tag, an dem seine geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Es ist der 21. Juni, er ist gemeinsam mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern im Sommerhaus am See, es gibt Würstchen und Geburtstagskuchen, die Sonne strahlt vom Himmel. Sein Bruder Didier schenkt ihm einen Bumerang, von seiner kleinen Schwester Daisy bekommt er eine Armbanduhr und die Eltern überraschen ihn mit einem eigenen Boot. Da riskiert er die Frage, die zu stellen es ihn schon so lange drängt. Die Frage, die von einem Schlag auf den anderen sein Leben verändern wird: „Warum habt ihr mich Dillon Dillon genannt?“
Der Name ist eine Lachnummer, unter der Dillon ständig leidet. Was für Gründe hatten seine Eltern, ihn mit diesem Namen zu strafen, während sie ihren beiden anderen Kindern ganz vernünftige, normale Vornamen gaben? Kein Mensch nennt sein Kind mit Vor- und Nachnamen gleich. Warum heißt ausgerechnet er Dillon Dillon? Die Antwort bringt die Welt ins Wanken. Seine Eltern sind gar nicht seine wirklichen Eltern. Sie haben ihn nach einem tödlichen Unfall der Schwester seines Vaters und ihres Mannes zu sich genommen. Sein Bruder und seine Schwester sind in Wirklichkeit sein Cousin und seine Cousine. Den Vornamen, den seine leibliche Mutter ihm als Erinnerung an ihren Mädchennamen gab, wollten sie ihm lassen. Und ihren Nachnamen hat er dazubekommen. Dillon Dillon.
Dillon hat einen Sommer Zeit, das Unfassbare in sich aufzunehmen. Seine Freundschaft mit einem brütenden Eistaucherpärchen hilft ihm dabei, denn es gibt erstaunliche Parallelen zu seinem eigenen Leben. Und die liebevolle, unaufdringliche Geduld seiner Familie zeigt ihm, wo sein Platz auf der Welt ist.
Leise und poetisch erzählt Kate Banks von diesem ganz besonderen Sommer und Seite um Seite schafft sie magische Stimmungsbilder, die unter die Haut gehen und die man so leicht nicht vergisst.
Andrea Wanner
Kate Banks: Vogelkind.
Deutsch von Karen Nölle-Fischer.
Mit Illustrationen von Heike Vogel.
Cecilie Dressler Verlag 2004. 160 Seiten.
Ab 9 Jahren. 9,90 Euro.
ISBN: 3-351-04052-0