A. Schneider /M. Goedelt: Das Buch vom Schaf
16.06.2004
Raum für eigene Gedanken
Ein kleines, federleichtes Büchlein erzählt vom Schaf, vom Schlafen und Träumen.
Ein kleines, federleichtes Büchlein erzählt vom Schaf, vom Schlafen und Träumen. Antonie Schneider geht sparsam mit Worten um, und Marion Goedelt kommt mit ein paar Strichen aus, wenn sie das Schaf auf der Wiese skizziert, wo es am Abend im Baum einen Traum entdeckt. Gemeinsam wecken sie den nächtlichen Zauber, wo die alltägliche Hektik verblasst, Ruhe einkehrt und endlich die Träume zu ihrem Recht kommen. Das Krikkelkrakkelschaf, eben noch unternehmungslustig, hat am Traum geschnuppert, hat den Traum gefressen und schläft. Was das Schaf träumt, wissen wir nicht. Aber so verschwörerisch, wie Schaf und Mond sich auf dem Umschlagbild anschauen, ist es ganz sicher ein besonderer Traum.
Der unwiderstehliche Reiz des Buchs liegt in seinem Minimalismus: alles ist reduziert. Die wenigen Worte bekommen eine poetische Qualität, die Illustrationen wirken so flüchtig wie Traumbilder, brauchen keine Farbe, nur ein bisschen Grün für die Blätter des Baums und ein zartes Gelb für die Mondsichel. Text und Bilder lassen Raum für eigene Gedanken, eigene Bilder und Träume, mit denen Große und Kleine einschlummern können. Die kleine, bibliophile Kostbarkeit ist in Halbleinen ausgestattet, typografisch originell gestaltet, passt beinahe in die Hosentasche und gehört eigentlich unter jedes Kopfkissen. Genug. Pssst. „Still, nun schläft das Schaf mit dem Traum vom Baum. Still.“
Andrea Wanner
Antonie Schneider / Marion Goedelt: Das Buch vom Schaf.
Bajazzo 2004.
Halbleinen. 24 Seiten. 7,80 Euro.
Für jedes Alter
ISBN: 3-907588-48-7