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Freitag, 25. Mai 2012 | 20:53

 

J. Spinelli: Der Held aus der letzten Reihe

01.07.2004

 
Erfolg mal anders

Donald ist der geborene Loser. Wie sehr würden wir ihm gönnen, dass er endlich zum Zug kommt und die Anerkennung findet, die so einem Menschen gebührt.

 

Man mag ihn sofort, den strahlenden kleinen Donald Zinkhoff, der wie alle Kinder davon ausgeht, dass die ganze Welt nur ihm gehört. Er freut sich arglos an allem, begegnet seinen Mitmenschen mit größtmöglicher Offenheit und Freundlichkeit und ist ein wonniger Sonnenschein. Er verliert seine ungewöhnlich vertrauensselige Art auch in der Schule nicht. Und während alle darauf aus sind, zu gewinnen, ist Donald dieses Gefühl fremd. Donald ist der geborene Loser. Nur der Rückhalt seiner Eltern ist ihm immer und überall sicher.

Sein Nachname sorgt im strikt alphabetisch sortierten Klassenzimmer dafür, dass er in der letzten Reihe landet. Auch sonst ist der immer und überall der Letzte. Eifrig und strebsam bemüht er sich um gute Leistungen und ist weder enttäuscht noch frustriert, wenn sie ausbleiben. Aber was soll man mit so einem? Lehrer verzweifeln an ihm, Mitschüler machen sich über ihn lustig. Donald wird zum verspotteten Außenseiter, der die hämischen Bemerkungen gutmütig erträgt.

Der Leser wartet und hofft. Verspricht doch der Titel einen HELDEN aus der letzten Reihe. Die große Wende wird kommen, muss kommen. Dem kleinen Zinkhoff und seinen Misserfolgen gehört unsere Sympathie. Wie sehr würden wir ihm gönnen, dass er endlich zum Zug kommt und die Anerkennung findet, die so einem Menschen gebührt.

Jerry Spinelli erzählt auf seine Art. Seine Helden sind leise, anders. Auch ihr Erfolg ist ein anderer. Donald bringt zwar eine Heldentat hinter sich, aber die ist ebenso unsinnig wie vergeblich und gleicht dem Kampf eines Don Quichotte gegen Windmühlenflügel. Also doch kein Happy End? Doch. Aber erst im allerletzten Satz. Und garantiert anders als erwartet.

Andrea Wanner

Jerry Spinelli: Der Held aus der letzten Reihe. Ab 12.     
Deutsch von Andreas Steinhöfel.
Dressler 2004. Gebunden, 215 Seiten.
Ab 12. 12,90 Euro.
ISBN: 3-423-62173-7

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