Men in Black 3 - jetzt im Kino! Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 20:57

 

Björn Ingvaldsen: Ich bin berühmt / ab 10

16.02.2004

 


Bis zur Berühmtheit von Espen Herbert Knutsen ist es ein weiter, komplizierter Weg. Nicht, dass er es unbedingt darauf anlegen würde, berühmt zu werden.





 

Aber wer sich zu allem im Leben so viele Gedanken macht wie Espen Herbert, bei dem kann es eigentlich gar nicht ausbleiben, dass die ganze Welt auf ihn aufmerksam wird. Espen ist fast zwölf und eigentlich gibt es nichts, was ihn nicht interessiert. Vor allem gehört er zu der Sorte Menschen, die alles, was passiert, irgendwie auf sich selbst beziehen. In einem Wort: Espen ist eine Katastrophe, eine liebenswerte, ungeheuer unternehmungslustige Katastrophe, was in den meisten Fällen zu Hausarrest führt. Dabei ist er eigentlich fast immer auch ir-gendwie unschuldig. Viel von seinem Wissen holt sich Espen aus Büchern. Aber wer seine Benimmregeln einem bereits 1952 erschienen Ratgeber "Der junge Edelmann" entnimmt, ist wahrscheinlich nicht mehr ganz up to date. Und wenn so ein junger Mann in einem me-dizinischen Ratgeber mit dem Titel "Sechsundsechzig Krankheiten und ihre Symptome" schmökert, ist der Weg zum eingebildeten Kranken vorprogrammiert.

"Ich heiße Doktor Grüber", sagte der Arzt und streckte mir die Hand hin. Er sprach irgend-wie merkwürdig, es hörte sich fast so an, als würde er sagen: "Isch haise Dokkter Grübär."

"Sind Sie aus Polen?" fragte ich.

"Aus Deutschland", antwortete er.

"Wo tut es dir denn weh?"

Ich zeigte auf den Bauch. Das müsste ein Arzt doch wissen. Wenn jemand einen Arzt ruft, weil er Bauchschmerzen hat, dann tut es ihm nicht im Kopf oder in den Zehen weh. Sondern im Bauch!

"Da tut es weh", sagte ich und zeigte auf meinen Bauch.

"Hm", sagte Doktor Grüber und betastete meinen Bauch.

Vielleicht glaubte er selbst fühlen zu können, dass es wehtat, indem er auf die Außenseite meines Bauchs drückte. "Hm", sagte er noch einmal und holte so ein Dingsbums raus, mit dem die Ärzte die Leute abhorchen. (Stethoskop heißt das, das habe ich in meinem Buch nachgeguckt.)

"Das kann ein Katarrh sein", sagte er zu Mama und Papa. "Oder eine Darmverschlingung." "Oder aber Dysmenorrhö", sagte ich. "Was?", fragte Doktor Grüber. (Er heißt mit Vornamen Günther. Ich habe es im Telefonbuch nachgeschlagen.) "Was sagst du da?" "Dass es eine Dysmenorrhö sein kann", wiederholte ich.

"Ach wirklich?" Dann fragte er: "Wie heißt das Ärztebuch, das du in deinem Zimmer hast?"

Woher konnte er denn wissen, dass ich in meinem Zimmer ein Ärztebuch hatte?

Zum Glück hat Espen all diese skurrilen Begebenheiten aufgeschrieben - entstanden ist ein ungeheuer schräges, witziges Tagebuch, ausgedacht von Björn Ingvaldsen und munter bebildert von Volker Fredrich. Espen Herberts Aufzeichnungen sind unbedingt lesenswert und am Ende kann er es selbst kaum fassen: Ich bin berühmt!

Von Andrea Wanner


Björn Ingvaldsen: Ich bin berühmt.
Espen Herberts Aufzeichnungen. Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt. Illustriert von Volker Fredrich. Sauerländer 2003. Gebunden. 64 Seiten. Ab 10 Jahren. 12,90 Euro. ISBN: 3-7941-6013-4

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...