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Freitag, 25. Mai 2012 | 20:58

 

Alexa Hennig von Lange: Mira reichts. Ab 11

10.02.2005


Kein Happy End, aber ein hoffnungsvoller Lichtblick

Alexa Hennig von Lange erzählt in ihrer gewohnt frischen, direkten Art von der Machtlosigkeit eines Mädchens in einer Patchwork-Familie.

 

Die elfjährige Mira hat ein Problem, das viele Kinder kennen: sie muss in zwei Familien zu Recht kommen. Eigentlich lebt sie bei ihrer Mutter, die mit Jan verheiratet ist, fühlt sich dort auch wohl und freut sich an ihrem kleinen Bruder. Die Samstage aber verbringt sie bei ihrem richtigen Vater, Leo, mit dem ihre Mutter nie verheiratet war. Mira findet beide Väter okay: den vernünftigen Jan und den freakigen Leo. Das Problem liegt vor allem darin, dass die beiden überhaupt nicht miteinander klar kommen. Und die Regeln, die in den beiden Haushalten gelten, sind so grundverschieden, dass es Mira manchmal fast schwindlig wird. Das geordnete Familienleben unter der Woche erfährt in der väterlichen WG ein extremes Kontrastprogramm. Eigentlich wird Mira zuviel zugemutet, wenn sie all die widersprüchlichen Erfahrungen unter einen Hut bringen soll. Als sie mit ihrer Klasse ins Schullandheim fährt, ist sie endgültig am Ende: Mira will nur noch heim. Dass diese Heimreise ein besonderes Abenteuer wird, ahnt Mira nicht. Sie träumt nach wie vor von einer glücklich vereinten Großfamilie.

Alexa Hennig von Lange erzählt in ihrer gewohnt frischen, direkten Art von der Machtlosigkeit eines Mädchens in einer Patchwork-Familie. Kleine Alltagsprobleme, altersgemäße Schwierigkeiten und die Ausweglosigkeit einer Versöhnung der Menschen, die ihr am wichtigsten sind, stellen Miras Leben ganz schön auf den Kopf. Ein Happy End darf so ein Buch nicht bieten: das wäre unehrlich und unrealistisch. Trotzdem gelingt am Ende ein kleiner, hoffnungsvoller Lichtblick. Zumindest Mira sieht das so.

Andrea Wanner


 
Alexa Hennig von Lange: Mira reicht’s.
rororoRotfuchs 2004. 144 Seiten. Gebunden.
ab 11 Jahren. 12,90 Euro.
ISBN: 3-499-21297-8


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