Thomas Kistner: Fifa-Mafia Men in Black 3 - jetzt im Kino! TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 20:58

 

François und Jean Robert: Gesichter. Ab 5

17.03.2005


Wer guckt denn da?

Grinsende Mops, mürrische Steckdosen und erstaunte Gitarren: wenn zwei Schweizer Brüder mit dem Fotoapparat durch die Gegend ziehen, wird alles möglich.

 

Zwei knollennasigen Clowns rufen „O“, ein kleines Baby guckt uns treuherzig an, und ein langhaariger Hippie gähnt gelangweilt. Aber halt? Stimmt das? Die Clownsgesichter sind nichts anderes als zwei Türbeschläge, das Babygesicht ein schlichter Schnuller und der Hippie ein Wischmopp.

Die Schweizer Brüder François und Jean Robert ziehen seit über 20 Jahren mit dem Fotoapparat durch die Gegend und halten die Gesichter, die sie von überall her anblicken, im Bild fest. Eine stolze Sammlung erstaunlicher Porträts ist in dem fast quadratischen kleinen Kunstband zusammengestellt. Werkzeuge aller Art, Radios, Wurzelstücke, Häuserfassaden, Musikinstrumente, Taschen oder Autos haben, ob man’s glaubt oder nicht, ein Gesicht. Freundlich, mürrisch, skeptisch, traurig, erwartungsfroh, gelangweilt oder neugierig schauen sie uns an und bei manchen wartet man fast darauf, dass sie den Mund aufmachen und uns ansprechen. Augen, Nase, Mund, das berühmte Punkt-Punkt-Komma-Strich-Schema, reichen uns, um ein Gesicht zu erkennen. Wer genau hinschaut, wird schnell feststellen, dass viele Dinge des täglichen Lebens dieses Kriterium erfüllen. Kinder können das, in jeder Wolke ein Gesicht entdecken, in jedem Strauch eine Figur. Deshalb macht das Anschauen des Buches mit Kindern am meisten Spaß. Zufälligen Anordnungen versuchen wir einen Sinn zu geben und die besondere Art des Sehens, die uns hier abverlangt wird, steckt voller Reiz: alte Sehweisen über Bord werfen, kreativ das Neue suchen und entdecken. Manche Gesichter ermuntern uns dazu, wir stoßen aber auch auf abweisende Mienen, auf bizarre Grimassen und das eine oder andere Rätsel, in dem wir das Antlitz nicht auf Anhieb erkennen. 130 Objekte präsentieren sich und niemand braucht sich zu wundern, wenn ihn daraufhin das Radio anstrahlt oder die Waschmaschine mit einem freundlichen Lächeln begrüßt. Ein charmantes Sammelsurium ganz alltäglicher Gesichter wartet auf Menschen jeden Alters mit Fantasie.

Andrea Wanner


 
François und Jean Robert: Gesichter.
Gerstenberg 2005.
272 Seiten. Gebunden. 15,90 Euro.
ISBN: 3-8067-5080-7


Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...