Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 21:02

 

Gabrielle Zevin: Anderswo (ab 14)

28.11.2005

 
Leben nach dem Tod

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wie könnte es aussehen? Gabrielle Zevin begleitet ihre kürzlich verstorbene Heldin Liz auf der ungewöhnlichen Reise nach Anderswo.

 

„Das Ende“ lautet der Prolog zu einer erstaunlichen Geschichte. Liz ist gerade 16 als sie ein kurzer Moment der Unachtsamkeit im Straßenverkehr ihr Leben kostet. Ein tragischer Unglücksfall, der die Hinterbliebenen mit der nie zu klärenden Frage nach dem Warum zurücklässt. Der Verlust eines geliebten Menschen wird hier zunächst aus der Sicht eines Haustieres geschildert: Lucy, der kleine Hund von Liz, vermisst sie. Und dieser ungewöhnliche Einstieg ist erst der Anfang.

Elisabeth Hall ist tot als sie an Bord der „MS Nil“ erwacht. Nur: sie weiß noch nicht, dass sie tot ist. Sie hält das, was sie an Bord des Schiffes erlebt, das sie nach Anderswo bringen soll, schlicht für einen Traum. Gespräche mit Mitreisenden und ihrer Kajütengenossin Thandi können sie nicht von der Ungeheuerlichkeit überzeugen, dass ihr Leben tatsächlich zu Ende sein soll. Sie lebt doch. Sie denkt, isst, spricht, schläft. Wie kann das der Tod sein?
Der Tod als Leben in einer anderen Welt. Kein neuer Gedanke, aber die amerikanische Autorin Gabrielle Zevin spinnt daraus eine faszinierende Geschichte. Es gibt eine Welt, in der die Toten leben. Sie können von dort sogar das Leben auf der Erde beobachten – was sie allerdings nicht zu oft tun sollten. Stattdessen können sie sich in Anderswo ein neues Leben aufbauen, einen neuen Beruf ergreifen, neue Freunde kennen lernen, sogar eine neue Liebe finden. Der einzige wirkliche Unterschied: man wird dort nicht älter, sondern Tag für Tag ein bisschen jünger. Aber Liz will nicht jünger werden. Mit 16 fühlt sie sich ja gerade erst am Anfang ihres richtigen Lebens. Eine wütende Heldin begehrt gegen ihr Schicksal auf – aber das scheint unabänderlich.

Das Einbürgerungsamt in Anderswo wirbt mit dem Slogan „Ich bin tot, und was jetzt? Das Einbürgerungsamt hilft ihnen gerne!“ Seite an Seite mit Liz lernt man die Spielregeln von Anderswo kennen und wie man sich in dieser fremden Welt zurechtfinden und heimisch werden kann. Liz erhält die Unterstützung ihrer Großmutter, die schon tot war, bevor Liz auf die Welt kam. Und Hilfe kann Liz nun wirklich brauchen.

Mit leichter Hand wird ein Konzept von Leben und Sterben entworfen, dass mit Witz und Humor in eine mitreißende Geschichte umgesetzt wird. Ein bisschen melancholisch, aber auch voller Zuversicht endet das außergewöhnliche Leseerlebnis mit dem Epilog. Und der lautet – wie könnte es anders sein? – „Der Anfang.“

Andrea Wanner


Gabrielle Zevin: Anderswo.
Übersetzt von Ulrike Nolte.
Bloomsbury 2005.
Gebunden. 313 Seiten. 15,90 Euro.
Ab 14 Jahren.
ISBN 38270-5048-0

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...