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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:03

 

Martine Leavitt: Mein Leben als Superheld (ab 13)

23.02.2006

Traum und Wirklichkeit

Superman war der der erste Superheld der Comicgeschichte. Der 13-jährige Heck ist von dieser Figur total fasziniert. Ein normales Leben wie Clark Kent und eine zweite, geheime Identität als Superman, der unschlagbar ist und alle Probleme in den Griff bekommt, das wäre die Lösung seiner Probleme.

 

Denn Probleme hat er gerade genug. Seine Mutter ist gerade mal wieder in die „Hyperzeit“ abgedriftet, in der ihr jeglicher Bezug zur Realität fehlt, außerdem weiß Heck nicht einmal, wo sie überhaupt steckt. Die Wohnung wurde ihnen gekündigt, das Schloss ausgewechselt und dazu hat er schreckliche Zahnschmerzen. Wie soll es weitergehen? Eins steht für Heck fest: er muss all diese Probleme ganz alleine lösen, sonst endet er noch in einem Heim. Also sucht er gleichzeitig seine Mutter, einen Job, beklaut seinen besten Freund und den belügt seinen Kunstlehrer, der ihm helfen will. Heck Superheld ist davon überzeugt, dass er es schafft, wenn er nur genug gute Taten vollbringt.

Spüren nur desillusionierte erwachsene Leser, dass Heck in eine Sackgasse läuft? Martine Leavitt hat ihren Helden mit viel kreativer Fantasie, Mut und Durchhaltevermögen ausgestattet. Wenn es kritisch wird, zeichnet er. Superman natürlich. Und wenn es ihm gut geht und er den normalen Alltag eines Dreizehnjährigen genießen darf, zeigt sich, dass in ihm eine große Portion künstlerisches Talent steckt. Um auf der Straße zu überleben, in einer Krisensituation wie dieser zu improvisieren, genügt es nicht, sich nach Kräften zu bemühen. Leavitt konfrontiert den Jungen mit knallharten Situationen, die zwangsläufig in einer Katastrophe münden müssen. Die lockere Sprache, das Zitieren von Comics, lässige Gesten und gute Gags täuschen nicht darüber hinweg: hier bewegt sich jemand am Rande des Abgrunds. Wie lange kann das gut gehen? Das Cover von Thilo Krapp bringt es auf den Punkt: der Schatten an der Wand sieht aus wie Supermann, ist aber nicht viel mehr als eine Sinnestäuschung! Auf das große Wunder wartet Heck vergeblich und Superkräfte besitzt er nicht. Drücken wir ihm die Daumen, dass es auch im richtigen Leben gute Lösungen für echte Probleme gibt.

Andrea Wanner


Martine Leavitt: Mein Leben als Superheld.
Nagel & Kimche 2006.
Gebunden. 160 Seiten. 14,90 Euro.
Ab 13 Jahren.
ISBN 3-312-00963-4

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