Thomas Kistner: Fifa-Mafia TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 21:04

 

Louis Sachar: Kleine Schritte (ab 14)

23.03.2006

Gute Vorsätze und böse Überraschungen

In Green Lake hat Stanley die unvergesslichste Buddelei aller Zeiten betrieben („Löcher – Die Geheimnisse von Green Lake“ erscheint im April 2006 als Taschenbuchausgabe bei Beltz & Gelberg.) Nun lässt Louis Sachar seinen aus dem Jugendstrafcamp ins wahre Leben zurückgekehrten Helden kleine Schritte in der Normalität versuchen.

 

Deo – dieser Spitzname ist Stanley aus Green Lake geblieben - steckt voll guter Vorsätze. So ein wirklich schlechter Kerl war er sowieso nie – verglichen mit dem, was seine Kumpels im Lager so auf dem Kerbholz hatten. Jetzt hat er einen Job, verdient gutes Geld und versucht seine Eltern davon zu überzeugen, dass er mit Drogen nichts am Hut hat. Da taucht plötzlich X-Ray, einer seiner Leidensgenossen aus schlechten Tagen bei ihm auf. X-Ray schlägt ihm ein Geschäft vor, bei dem Deo nur ein bisschen Startkapital beisteuern soll. Eine todsichere Sache: der Handel mit Karten für das Konzert von Kaira DeLeon, einem umschwärmten Rocksternchen. Das Ganze klingt absolut simpel und Deo lässt sich auf den fast legalen Deal ein.

Seite um Seite warten wir auf die Katastrophe. Aber es läuft alles gut – zu gut. Fassungslos erleben wir nicht nur wie die gehorteten Karten zu fantastischen Preisen eine um die andere verkauft werden, sondern wie Deo sogar in der Garderobe von Kaira DeLeon landet. Wenn das Schicksal am Ende dann doch zuschlägt, geschieht es überraschend und ganz anders als erwartet.

Louis Sachar ist ein Meister seines Fachs. Er erzählt anders als im ersten Teil der Geschichte von Deo und irritiert dadurch vielleicht Löcher-Fans. Er spürt es selber, denn auf die Frage in einem Interview, welches seiner Bücher sein Lieblingsbuch sein, antwortete er: „Löcher. Das war die größte Herausforderung, und ich denke, ich habe sie bestanden.“ Aber irgendwann beißt man an und lässt sich in den Sog dieser neuen, verrückten Geschichte ziehen, die eine Mischung aus Lovestory und Krimi ist, dabei aber nie den Bezug zur Realität und den wirklichen Problemen verliert. Schafft er’s, schafft er’s nicht? Ist der Kontakt zu X-Ray schon der erste Schritt zurück auf die schiefe Bahn? Oder führen die kleinen Schritte am Ende doch in die richtige Richtung? Sachar weiß, wie man daraus eine packende Geschichte macht.

Andrea Wanner


Louis Sachar: Kleine Schritte
Aus dem amerikanischen Englisch von Werner Löcher- Lawrence.
Bloomsbury 2006.
Gebunden. 256 Seiten. 14,90 Euro.
Ab 14 Jahren.
ISBN 3-8270-5122-3

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...