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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:04

 

Julia Donaldson: Das Riesenmädchen und die Minipopps (ab 9)

13.04.2006

Olle rolli!
„Olle rolli“ ist Magrolonisch und bedeutet auf Deutsch schlicht „alles gut“. Magrolonisch ist die Sprache, die die Riesen in ihrem Land sprechen, das Hans am Ende der Bohnenranke einst entdeckt hat. Nun kennen auch die Riesen das Märchen von Hans und der Bohnenranke – aber keiner glaubt daran. So wenig wie wir.

 

Keiner? Doch, ein paar Leute gibt es schon. Da ist zum einen der alte Possitsch (das ist auch Magrolonisch und bedeutet „Warnung“), aber der gilt als verrückt. Und es gibt natürlich die kleinen Kinder, die an das Märchen glauben. So richtig klein ist Megalilli nun eigentlich nicht mehr. Ihre Mutter findet sie sogar viel zu alt für solche Kindereien. Aber Megalilli ist fest davon überzeugt, dass an der Geschichte von den kleinen Minipopps (das sind die Menschen) etwas Wahres dran sein muss. Und weil sie zufällig ein paar Bohnenkerne besitzt, probiert sie es einfach aus und wirft einen Kern über den Klippenrand.

Die Sache funktioniert tatsächlich – und wird zum Alptraum für die drei Jones-Kinder, die ahnungslos im elterlichen Garten spielen. Die werden von dem Riesenmädchen nämlich kurzerhand eingesackt. Genauso wie ein Pickelepom, eine Bilobisch und ein Wimmusch (das sind ein Briefkasten, eine Telefonzelle und ein Schaf). Alle Gegenstände inklusive der Kinder sollen das Puppenhaus von Megalilli bevölkern. Mögen Stephen, Colette und die kleine Polly es schon stressig finden, für die Riesin als Ankleidepüppchen herzuhalten (Stephen findet sich doch tatsächlich in einem rosafarbenen Ballettkleidchen wieder), so wird die Sache gefährlich, als sie in den Händen von Megalillis fiesem Bruder zu sadistischen Experimenten missbraucht werden. In einem sind sich die sonst so zerstrittenen Geschwister einig: sie müssen dringend weg aus dem Riesenland und wieder nach hause!

Unglaublich spannend und voller Witz erzählt Julia Donaldson ihr mit Märchenversatzstücken gespicktes Abenteuer. Der mahnende Alte aus Adelbert von Chamissos „Riesenspielzeug“ wird hier zum haustierliebenden Papu (Vater), der sofort Gefallen an den possierlichen Dingen findet. Nein, einen einsichtigen Vater, der sein Haupt wiegt und spricht: “Was hast du angerichtet? Das ist kein Spielzeug nicht!“ fehlt. Von dieser Seite ist keine Hilfe zu erwarten. Die drei Menschenkinder müssen sich selbst etwas einfallen lassen.
Axel Scheffler hat die Geschichte ihrer Gefangennahme und Fluchtversuche herrlich in Szene gesetzt. Und wem das alles noch nicht reicht, der kann einfach nebenbei Magrolonisch lernen. Das Abenteuer ist einfach hickeli wa schockeli schummeschi!

Andrea Wanner


Julia Donaldson: Das Riesenmädchen und die Minipopps.
Mit Bildern von Axel Scheffler.
Beltz & Gelberg 2006.
Gebunden. 224 Seiten. 12,90 Euro.
Ab 9 Jahren.
ISBN 3-407-79910-1

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