Thomas Kistner: Fifa-Mafia Men in Black 3 - jetzt im Kino! Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen
Freitag, 25. Mai 2012 | 21:14

 

Tom Kelly: Die Sache mit Finn (ab 10)

26.07.2007

Trauerarbeit

Alles ist anders seit der Sache mit Finn. So anders, dass der 10jährige Danny es zuhause einfach nicht mehr aushält. Er kauft sich eine Zugfahrkarte und reist ans Meer, dorthin wo er mit Finn zusammen glücklich war.

 

Für ein Kinderbuch lässt der Autor Tom Kelly seine Leser erstaunlich lange im Unklaren. Irgendetwas ist geschehen. Nur was? Wir erfahren von Dannys Angst, in die sich aber auch Spannung und Neugierde mischt. Wir erfahren von seiner Wut und seiner Trauer. Er hat wohl einen „ausgestopften Otter platt gemacht“. Das ist sicher keine Tat, für die Eltern ihre Kinder loben, aber auch kein Grund für einen endgültigen Abschied. Danny erinnert sich. An Zeiten, in denen noch alles in Ordnung war. In denen in der Familie gelacht wurde. Diese Zeiten sind vorbei. Mit Finn verschwunden.

Schritt für Schritt begleiten wir Danny bei seiner Trauerarbeit. Er findet treffende Bilder, das zu beschreiben, was in ihm vorgeht. Er schreibt Listen, in denen er die Sorgen aufzählt, die er sich um seine gehörlose kleine Schwester Angela macht oder in denen er sich der Vorteile vergewissert, die sein Abhauen für die restliche Familie hat.

Tom Kelly schickt seinen jungen Helden auf die Reise und auf die Suche. Auf die Suche nach einer Lösung für sein Problem. Er inszeniert Begegnungen mit ganz verschiedenen Menschen. Einer alten Frau im Park, die mit Schildern ihre Mitmenschen zu erziehen versucht. Einem Jungen, dessen Mutter eine krankhafte Angst vor Bazillen hat und ihrem Sohn das Leben nicht gerade leicht macht. Und schließlich einem Maler, der ähnliches zu verarbeiten hat wie Danny.

Danny redet. Vor allem aber schweigt er. Bis er am Ende bereit dazu ist, die ganze Geschichte zu erzählen, die ihn so niederdrückt. Wir verstehen ihn. Eigentlich von der ersten Seite an, ohne sein Problem zu kennen. Wenn wir schließlich hinter sein Geheimnis kommen, sollten wir eigentlich das ganze Buch gleich noch mal von vorne lesen. Warum? Weil wir jetzt erst so richtig kapieren.
Tom Kelly ist mit seinem Kinderbuchdebüt eine Überraschung gelungen. Man braucht Geduld. Man braucht Einfühlungsvermögen. Aber es lohnt sich. Schon allein, weil man sonst wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen wäre, ein Cheesy Wotsits Sandwich zu probieren. Und das ist wirklich total lecker!

Andrea Wanner


Tom Kelly: Die Sache mit Finn.
Aus dem Englischen von Ingo Herzke
Carlsen
Gebunden. 256 Seiten. 14,90 Euro.
Ab 10 Jahren.
ISBN 3-551-55499-4

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...