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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:15

 

Stephanie Busch und Ulrich Noller: Das Haus-Buch (ab 10)

20.12.2007

 
Zu Gast in einem besonderen Haus

Türe auf und rein. In ein ganz besonderes Haus, das vom Keller bis zum Dachboden voller Überraschungen steckt. Neugierig? Sollte man unbedingt sein, denn was einen hier erwartet, ist einfach erstaunlich.

 

Der Durchbruch von Büchern dieser Art, die Skurriles, Originelles, Wissenswertes und Überflüssiges zusammentragen, kam wohl mit "Schotts Sammelsurium", in dem der Brite Ben Schott die unterschiedlichsten Fakten in absonderlichen Listen zusammengestellt hat. Wir haben wohl alle in dieser chaotischen, unübersichtlichen Welt nur darauf gewartet, sie in Form solcher Bücher aufbereitet zu bekommen. Stephanie Busch und Ulrich Noller haben das nun für die Kids übernommen und tragen selbstbewusst „das Wissen der Welt“ in einem einzigen Haus zusammen. Unmöglich? Eigentlich schon. Und trotzdem gelingt das Unmögliche.

Von außen stehen wir vor einer Villa, bei der schon ein erster Blick durch die Fenster Neugierde weckt. Gestapelte Bücher, Musikinstrumente, eine Büste von Nofretete, ein Mikroskop, ein Pinguin … Und innen landen wir zuerst natürlich in der Diele – und fangen an zu begreifen, was uns bei einem Rundgang durch das Haus erwartet. Die einzelnen Räume im und um das Haus (Garten, Schuppen, Baumhaus und Garage gehören nämlich auch dazu) stecken voller Informationen rund um Themen, die einem zu diesem Raum einfallen könnten. In der Eingangshalle sind das Begrüßungsrituale aus aller Welt, eine Auflistung der Städte mit den meisten Wolkenkratzern, die Etymologie des Wortes „Anorak“, das Buchstabieralphabet auf Deutsch, Englisch und Finnisch – ich buchstabiere F-I-N-N-I-S-C-H – Faarao – Ivari – Niilo – Niilo – Ivari – Sakari – Celsius – Heikki – Finnisch), eine praktische Übersicht über Handschuhgrößen, Definition der Widerstandsklassen von Türen und und und. Dabei stehen wir noch immer im Eingangsbereich und haben noch keinen Blick in die Küche, das Wohnzimmer oder die Toilette geworfen, von den übrigen Stockwerken ganz zu schweigen. Es würde den Rahmen sprengen, weiter von all den anderen wissenswerten, verrückten, liebevoll zusammengestellten Artikeln zu berichtigen, die in verschiedenfarbiger Schrift in unterschiedlichen Größen über die Seiten verteilt sind. Sprichwörter, Kochrezepte, Bastelanleitungen, Definitionen, Best-of-Zusammenstellungen. Es geht um Mondphasen, Emoticons, Verpackungskunst von Christo und Jeanne-Claude, Rapper, Zähneputzen, Spioninnen und frittierte Kartoffelstäbchen. Eine wahrhaft unerschöpfliche Fundgrube, illustriert von Monika Horstmann (von der man sich noch ein paar mehr der detailfreudigen farbigen Doppelseiten gewünscht hätte), für die man allerdings ein bisschen chaosverliebt sein muss: ein Register oder etwas Ähnliches gibt es nicht. Man kann nur drin blättern, schmökern, ab und zu schmunzeln und weiterblättern und weiterlesen. (Einen ersten kleinen Eindruck kann man sich unter www.das-haus-buch.de verschaffen.) Manche werden das Ganze grenzenlos überflüssig finden. Ich liebe solche Bücher!

Andrea Wanner


Stephanie Busch und Ulrich Noller: Das Haus-Buch.
Hier wohnt das Wissen der Welt.
Illustriert von Monika Horstmann.
Bloomsbury 2007
Gebunden. 312 Seiten. 19,90 Euro.
Ab 10 Jahren.
ISBN 3-8270-5236-0

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