Eins vorweg: diese raffinierten Papierkonstruktionen sind nichts für Ungeduldige und entgegen der Altersempfehlung auch sicher nichts für Kinder ab 3 Jahren. Um die filigranen, dreidimensionalen Gebilde genießen zu können, die sich beim Öffnen des Buches vor einem aufbauen, braucht man Spaß an abstrakten Kunstwerken, Fantasie und manchmal auch ein bisschen Geduld. Wo steckt sie denn nun, Die blaue 2, die laut den gereimten Verschen überall zu finden sein soll?
In einer technisch interessanten Maschine voller Hebel und Verbindungen ist sie relativ schnell entdeckt. Auch wer an den Zahnrädern dreht, wird sie früher oder später antreffen. Und unter einem blauen Tuch verborgen, lässt sie sich, wenn man an einer Lasche zieht, erfühlen.
Aber wer erspäht sie in den Tiefen eines Vulkankraters? Was hat es mit den „wilden Winden“ auf sich, die Die blaue 2 zum Drehen bringen sollen? Wo, verflixt noch mal, steckt sie???
Nein, bitte nicht Verzweifeln. Das ist ja gerade das Schöne an den Glanzstücken aus Papier, die Carter gezaubert hat. Er ist ein Meister seines Fachs und seine Bücher werden beim Anschauen lebendig. Es wackelt, wippt und dreht sich, entfaltet sich zu Überraschungen aus Papier, die sich verblüffenderweise beim Umblättern der Seiten wieder ganz klein machen. Papierene Spitzenleistungen, die enträtselt werden wollen, ohne dabei ihren Zauber zu verlieren.
Die Welt ist nicht flach - warum sollten es Bücher sein?", fragte Ron van der Meer, ein ebenfalls bekannter Papieringenieur und Kollege Carters. Stimmt, warum sollten sie. Dreidimensionaler Augenschmaus, der sich auftürmt, bunt leuchtend in elementaren Farben, und der - wie versprochen – mit zehn pfiffigen Papierkonstruktionen Neugierige und Tüftler nachhaltig beschäftigen wird.
Andrea Wanner
David A. Carter, Die blaue 2.
Ein Pop-up-Buch für Neugierige und Tüftler jedes Alters.
Deutsche Fassung von Uli Blume
Boje 2008
Gebunden. 18 Seiten. 19,90 Euro.
Ab 5 Jahren.
ISBN 3-414-82149-2