Wer mag schon Mathe? Die Helden unserer Geschichte Hein Schwein, James und Bolle gehen in die 4. Klasse der Schweineschule und haben mit Mathe keine Probleme. Dafür sind sie außerordentlich sozial veranlagt und sorgen im Interesse der weniger rechenstarken Mitschüler gern dafür, dass Lehrer Speckbauch keine Chance hat, die angesagte Mathearbeit zu schreiben. Wie sie das anstellen? Keine große Sache, wenn man wie Hein einen SQ, also einen Schweinequotient von fast 244 hat, was in IQ umgerechnet ungefähr Einsteinsche Dimensionen annimmt.
Was also tun die schlauen Ferkel? Sie bombardieren ihren Lehrer mit Rätseln, mathematischen Denksportaufgaben und kniffligen Rechenaufgaben und treiben ihn damit fast zur Verzweiflung.
Kleine Kostprobe: Ein Schwein – genauer gesagt Bolles Onkel Rüssel - fiel in einen 21 Meter tiefen Brunnen, den es für einen Topf Kartoffelsalat gehalten hatte. Natürlich will Onkel Rüssel dort sofort wieder raus. Es folgt Heins Aufgabe: „Er schaffte sieben Meter in der Stunde, dann war er müde, ruhte sich kurz aus und rutschte dabei vier Meter zurück. Dann kletterte er weiter, wurde nach sieben Metern wieder müde, rutschte wieder zurück – und so weiter. Wann erreichte er endlich den Brunnenrand?“
Natürlich muss der Mathelehrer zugeben, dass das eine Aufgabe ist, die ihn seinen Zuständigkeitsbereich fällt und der Lösung bedarf. Und wie ist das mit dem armen Schwein, das in der Badewanne zu ertrinken droht? Und wer gewinnt das Schweinewettrennen? Und wann ist der Dorfteich zu einem Viertel von Seerosen bedeckt? Und wie kommen die Schweinchen vom Marterpfahl frei? Sooft der arme Pauker Richtung Schultasche und damit Klassenarbeiten greift, kommt die nächste harte Nuss, die er knacken muss. Und im Handumdrehen ist die Mathestunde vorbei – ohne Test!
Bekannte Logeleien wurden neu verpackt und in eine kurzweilige Schulgeschichte eingepasst, die viel Verständnis für alle zeugt, die sich mit dem Fach Mathe schon immer schwer taten. Eine Garantie für eine Zwei im nächsten Zeugnis ist die Story natürlich nicht, aber immerhin merkt man, dass man der trockenen Wissenschaft auch durchaus nette Seiten abgewinnen kann. Also Lösungen gibt’s im Buch – aber man sollte die Hirnzellen zunächst ruhig ein bisschen anstrengen. Zum Ausruhen gibt es witzige Ferkelbilder in grellem Grün, echte Hingucker!
Und dann kann man mit dem gewonnen Wissen vielleicht auch den eigenen Mathelehrer ins Schwitzen bringen.
Andrea Wanner
Robert Griesbeck: Mathematricks. Boje 2008. 125 Seiten. 9,90 Euro. ISBN 3-414-82081-5