Für Frederike, genannt Freddi, scheint er erstaunlicherweise in Erfüllung zu gehen. Nachdem sie den letzten Ferientag mit einigen Pannen hinter sich gebracht hat – das Wiedersehen mit ihrer Freundin Vero lief nicht gerade toll, daheim gab es Zoff, der Besuch bei ihrer Oma im Altersheim war komisch und mit ihrem Freund Daniel hat sie sich auch noch nicht wieder ausgesöhnt – schläft sie ein, nur um beim Aufwachen festzustellen, dass schon wieder Sonntag ist.
Das Ganze wiederholt sich: der Sonntag geht zu Ende, sie geht ins Bett und wacht wieder auf: am Sonntag. Alles nochmals von vorne. Freddi sitzt in einer Zeitschleife fest. Natürlich erinnert sie sich an einen Film, den sie mal gesehen hat: „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Da ist doch genau das gleiche passiert.
Stimmt. Die Idee ist dieselbe. Wie Phil Connors durchlebt auch Freddi wieder und wieder denselben Tag. Er den 2. Februar, sie einen Sonntag im August. Und genau wie Phil Connors weiß auch Freddi was dieser sich wiederholende Tag an Ereignissen bringen wird. Sie kennt Gespräche im Voraus, weiß, welche Katastrophen drohen. Und wie Phil Connors beginnt Freddi zu experimentieren, wo man wie Einfluss nehmen und Dinge verändern könnte. Das klappt manchmal – und geht manchmal auch total schief.
Also nur eine geklaute Idee, ein billiger Abklatsch? Kein bisschen. Frisch und munter präsentiert Sabine Ludwig die Idee vom ewig gleichen Sonntag und lässt ihre Heldin dabei eine ganze Menge Dinge erkennen. Auch der xte Sonntag ist noch ein wahres Lesevergnügen voll unerwarteter Wendungen. Und irgendwann kommt ja dann vielleicht tatsächlich der Montag!
Andrea Wanner
Sabine Ludwig: Der 7. Sonntag im August. Mit Vignetten von Isabel Kreitz. Dressler 2008. Gebunden. 220 Seiten. 13,90 Euro. ISBN 978-3-7915-1236-5