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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:20

 

Helga Bansch: Mäuseplage (Bilderbuch ab 4)

14.08.2008

Not macht erfinderisch

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse, weiß ein kluger Spruch. Die Mäuse in Frau Sommers Haus warten aber weder bis die Katze noch bis Frau Sommer aus dem Haus ist: sie genießen ihr Leben trotz der beiden. Zum Ärger von Frau Sommer.
Von Andrea Wanner

 

Es ist zum Mäusemelken. Frau Sommer, die trotz ihres sympathischen Namens eine eher griesgrämige Rothaarige ist, wird der Mäuseplage in ihrem Haus nicht Herr. Sie reagiert mit Ekel und Abscheu auf die Mäusescharen, die Herbst für Herbst mit Sack und Pack bei ihr einziehen. Niedlich sieht so ein Mäuseumzug aus: mit Kind und Kegel kommen ganze Heerscharen schwer bepackt bei Frau Sommer an. Und die? Verstopft Mauselöcher, verpackt Lebensmittel, stellt Fallen auf, installiert Bewegungsmelder, streut sogar Gift und kauft schlussendliche eine Katze, um die Sache in den Griff zu kriegen. Ohne Erfolg. Die Mäuse sind einfach schlauer.

Helga Bansch präsentiert dramatische Szenen. Ein gefährlich wirkender Mensch – Frau Sommer – scheut kein Mittel, um die Mäuse zu vertreiben. Mit bitterbösem Blick und ihren lodernden Haaren verfolgt sie die armen Nager. Denen gehört längst unsere ganze Zuneigung. Niedlich sehen sie aus. Mal tanzen sie in bunten Röckchen Cancan, dann tricksen sie die Mausefallen aus oder verarbeiten die gehamsterten Lebensmittel. Süß sind die kleinen Mausekinder, die jüngsten noch richtig nackte kleine Babys. Das Lieblingsnahrungsmittel von allen scheinen Äpfel zu sein. Goldorange leuchtend setzen sie die Farbakzente auf den Bildern, prangen sogar auf Frau Sommers Kleid als bunter Apfeldruck.

Frau Sommer kapituliert schließlich, verlässt ihr kleines Haus und zieht in eine mäusefreie Wohnung in der Stadt. Das könnte das Ende der Geschichte sein. Ist es aber nicht, denn Frau Sommer ist unglücklich. Wie könnte eine Lösung aussehen, mit der Frau Sommer, die Katze und die Mäuse leben können?

Helga Bansch hat sie gefunden und präsentiert sie in einem herzerfrischendem Bilderbuch, in dem die Äpfel zu Anbeißen aussehen, der Text vorgelesen oder auf einen Satz verkürzt werden kann (wenn man mehr Lust zum Erzählen hat oder die Gutenachtgeschichte ein bisschen kürzer ausfallen soll), und man immer wieder auf Entdeckungssuche nach Mäusen gehen kann. Einfach herrlich, da beißt die Maus keinen Faden ab!

Andrea Wanner


Helga Bansch: Mäuseplage
Bilderbuch ab 4
Jungbrunnen 2008
Gebunden. 32 Seiten. 13,90 Euro.
ISBN 978-3-7026-5794-9



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