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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:21

Martin Klein: Theo und der Flickenbär (ab 7)

25.09.2008

Kuscheltiere sind für Mädchen!

Die erste Klassenfahrt mit Übernachtung ist für Zweitklässler eine Herausforderung, schließlich weiß keiner, was einen erwartet. Nur eins ist klar: Kuscheltiere haben dort nichts zu suchen, wenn man ein echter Kerl ist. Von MAGALI HEISSLER

 

Theo, Henry und Nils sind aufgeregt, die erste Klassenfahrt mit Übernachtung in einer Waldhütte steht bevor. Das wird ein Spaß! Dort kann man so richtig loslegen, Mädchenpanik spielen, z.B. Nils kann ganz schreckliche Mädchenpanik-Gesichter schneiden. Oder man kann Mädchen die Kuscheltiere klauen. Loslegen will auch Theo. Nur, was ist mit ihren eigenen Kuscheltieren? Gar nichts natürlich, versichern ihm die Freunde. Kuscheltiere, das ist wie Gammelfisch, längst vergessen. Bobbele, Henrys einarmiger Orang Utan, und Flösschen, Nils’ Killerwal ohne Flossen, sind Geschichte!

Wenn die beiden Geschichte sind, dann ist aber auch Arno Geschichte. Arno ist der größte Kuschelbär aller Zeiten, ein Patchwork-Kissen mit Bärenkopf, kurzen Ärmchen und Beinen. Arno ist weich und er riecht nach Bett und schönen Träumen. Theo hat ihn nachts noch nie alleingelassen. Ein echter Kerl, der braucht keinen Arno. Sagt Theo laut. Ein echter Kerl hat aber auch gute Einfälle. Theo erscheint am nächsten Morgen mit Rucksack und einer riesenhaften Tasche, die noch dazu mit Theos Spezialknoten sicher verschnürt ist. Die Tasche enthält alles, was man zum Mädchenerschrecken braucht, versichert er Nils und Henry. Die Fahrt der echten Kerle kann losgehen.

Der Ausflug wird wunderbar und der Aufenthalt in der Hütte auch. Dann allerdings kommt die Nacht. Und da zeigt sich, dass es gar nicht so schlecht ist, wenn man sich auch als echter Kerl von acht Jahren an etwas halten kann, das tröstlich nach Bett und schönen Träumen riecht. Ein einarmiger Affe zum Beispiel. Oder ein Killerwal ohne Flossen. Oder eben der größte Kuschelbär der Welt.

Diese kurze Geschichte für Leseanfänger über drei Freunde und ihre geliebten Kuscheltiere erzählt Martin Klein spannend und mit einem Augenzwinkern. Die drei Helden der Geschichte werden durchaus zum Gegenstand des Spotts, aber es ist ein freundlicher Spott. Eigentlich macht er die drei nur noch liebenswerter. Er zeigt vor allem eins: ein Kuscheltier lieb zu haben ist keine Schande, auch wenn man sich seine Grusel-Comics längst allein kauft. Ganz im Gegenteil, es ist richtig schön, dass es Kuscheltiere gibt, auch für Jungen.

Treffende Illustrationen, großflächig angelegt, witzige Gesichter, und viele Muster auf Kleiderstoffen, die immer an Arnos Flickenfell erinnern, unterstützen den Text ganz großartig. Das Patchwork des Vorsatzblatts ist ein zusätzlicher Genuss. Ein schönes Büchlein zum Lesen und zum Schauen. Und zum Liebhaben. Wie Arno.

 

 

 

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