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Dienstag, 07. Februar 2012 | 06:33

T.S. Eliot: Old Possums Katzenbuch

04.03.2010

Von Katzastrophal, Lady Knirschebein und anderen schnurrenden Vierbeinern

Katzen, die den Mäusen das Steppen beibringen? Unmöglich? Nicht bei T.S. Eliot. Der nobelpreistragende Katzenliebhaber hat diese und andere Katzen erfunden, der Beltz Verlag hat das Buch mit schönen Bildern neu aufgelegt. Von GEORG PATZER

 

Schön, dass manche berühmte Autoren auch mal etwas für kleine Kinder schreiben: Lewis Caroll für Alice, Rudyard Kipling für seine eigenen Kinder und T. S. Eliot für seine Patenkinder. 1939 wurde seine Sammlung „Old Possum’s Book of Practical Cats“ erstmals in England veröffentlicht, ist dort ein Klassiker, erlebte viele Neuauflagen und wurde auch die Vorlage für „Cats“, das berühmte Musical.

 

Eliot war selbst ein großer Katzenliebhaber und deswegen wohl auch immer wieder verwundert, welche Charaktere sich in diesen Tieren versammelten. Da gibt es bullige und zarte, freche und schüchterne,  kindische und geheimnisvolle. Und wie sie alle heißen! Katzastrophal, Lady Knirschebein, Grimmtiger, Alt Deuteronium, Feuerfurzfickel und Schleckerjan.

 

Tupfentapfenschecken zum Beispiel ist die Katze, die tagsüber faul auf der Fensterbank und hinterm Ofen liegt und nur nachts jagt. Rem Tem Trecker will immer das, was er gerade nicht haben kann, und die frechen Rumpelmauser und Rattenschreck können machen, was sie wollen, denn sie hinterlassen bei ihren Streichen nie irgendwelche Spuren.

 

Nicht alles gerettet

Siebzig Jahre nach der Erstausgabe hat der Beltz-Verlag dieses berühmte Buch neu herausgebracht, mit skurrilen und einzigartigen Illustrationen von Axel Scheffer. Die alten Übersetzungen wurden vom Lyriker und Eliot-Übersetzer Norbert Hummelt („Das öde Land“) neu durchgesehen. Das war auch dringend nötig, aber noch nötiger wäre eine frische Neuübersetzung gewesen. Denn leider hat auch Hummelt die Verse nicht alle retten können.

 

Vielleicht sind ein paar fremd klingende Wörter wie „perpendikeln“ oder „knubbig“ noch in der Lage, etwas Aufmerksamkeit zu wecken. Und auch der wechselnde, sehr musikalische Rhythmus ist neben den neuen Illustrationen ein großer Gewinn. Aber die meisten Reime und die Sprache, die den 50er-Jahren zu entstammen scheint, sind nun wirklich sehr altbacken.

 

In den Bildern von Axel Scheffler dagegen geht es so skurril und fantastisch zu wie auf einem bunten Jahrmarkt. Fast sind die Bilder noch einfallsreicher als die schon ziemlich seltsamen Inhalte der Gedichte. Hieran werden sich die Kinder wohl noch eher erfreuen als an den Gedichten selbst: Zu viele Fremdworte, eine zu alte Sprache mit umgestellten Sätzen (der Reime wegen), seltsame, englische Ortsnamen - all das erschwert dem Kinderpublikum den Zugang. Und so ist es wohl doch eher ein Buch für nostalgierende Erwachsene geworden.

 

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