Drei starke Mädchen
Das Dreamteam hat es geschafft: Herr Günther denkt nach. In drei dicken Denkblasen finden sich die Szenen, die die ganze Aktion ins Rollen gebracht haben. Das Breitformat des Bilderbuchs nützend haben Elisabeth Steinkellner und Michael Rohrer dieser Entwicklung viel Zeit gelassen. Steinkellner erzählt pointiert und prägnant, kein Wort zu viel – dafür sitzt jedes und erreicht die Zielgruppe: Kinder ab fünf Jahren. Das beginnt mit den „Steckbriefen“ der Mädchen, die sich auf charmante Art gleich zu Beginn charakterisiert werden und endet in einem Ausblick, für den es auch nur einige wenige Sätze bedarf. Michael Rohrer begleitet diese erstaunliche Entwicklung mit pastelligen Szenen in fast monochromen Brauntönen, nur gelegentlich durch einige blaue oder rote Farbtupfer belebt. Er lässt seinen Figuren viel Raum, hingekrizzelte Strichmännchen auf den ersten Blick, auf den zweiten wundervolle Charakterstudien mit Humor und Tiefgang.
Mit Schnappschüssen von Günther und den vielen Möglichkeiten, die er jetzt hat – alle vorsichtig im Konjunktiv formuliert oder mit einem Fragezeichen versehen – verabschiedet sich ein originelles Bilderbuch, das einen neuen Blick auf alltägliche Probleme wagt. Nein, stimmt nicht: das allerletzte Bild gilt unseren drei Heldinnen, Valerie, Noemi und Yasmina, die eigentlich einen Orden verdient hätten und denen wir die Daumen drücken für noch viele weitere Aktionen.