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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:41

 

James Krüss / Jacky Gleich: Es war einmal ein Mann

12.03.2004

 





Busverspätung? Kann schon mal passieren.




 

Wenn man allerdings Dirigent in der Oper ist, ist Zuspätkommen ein besonderes Missgeschick. So fängt die ganze Geschichte überhaupt erst an. Es war einmal ein Mann ... Wer jetzt „der hatte einen Schwamm“ weiterdichtet, erinnert sich doch zumindest dunkel an den ewigen Unzufriedenen, der quer durch die ganze Welt reist. James Krüss hat sich einen eigenen Reim auf den Unglücksraben gemacht. Bei ihm hat er keinen Schwamm sondern einen Zahn.

Der Zahn, der tat ihm weh,
Da sprang er in den See.

Und das ist der Anfang einer Odysee, die quer durch den Wald, direkt in die Hölle von dort in die Stadt, auf Berghänge, ins Tal, schließlich ans Meer und ganz am Ende wieder an eine Bushaltestelle führt. Dort wartet endlich das Glück auf ihn: in Gestalt einer Zahnärztin, die nicht nur endlich was gegen seine Zahnschmerzen tut sondern auch seine Frau und Mutter seiner Kinder wird. Wer beim Anschauen der Bilder genau aufgepasst hat, hat längst gemerkt, dass er ihr auf seiner Reise schon unzählige Male begegnet ist. Endlich funkt’s. Temporeich jagt ein Verslein das andere.

Jacky Gleich begleitet unseren Mann auf seiner Reise und hält die einzelnen Stationen bis zum Happy End im Bild fest. Leuchtende Farben und Szenen, die so voller ungebändigter Bewegung stecken, dass sie förmlich aus dem Buch drängen. Fast wird einem schwindelig, wenn man das Buch abwechselnd in alle Richtungen dreht, um die beste Perspektive zu finden. Mittendrin unser Dirigent im Frack, den er anhat, wenn er taucht oder auf der Wiese Frösche platt tritt. Eigentlich ist’s nur ein ganz simples, kleines Gedicht. Autor und Illustratorin machen daraus einen herrlichen Bilderbuchspaß für den man nie zu jung und nie zu alt ist!

Andrea Wanner


James Krüss / Jacky Gleich: Es war einmal ein Mann.
Carlsen 2002. Gebunden. 32 Seiten, vierfarbig.
Ab 4 Jahren. 12,50 EUR.
ISBN: 3-551-51555-7


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