Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert
Freitag, 25. Mai 2012 | 21:41

 

Manfred Mai: Mama hat heut frei.

12.03.2004

 



Chaos pur ohne Mama





 

"Wo ist das Nutella?“ will Anna beim Frühstück wissen. Eine scheinbar ganz harmlose Frage, aus der sich eine besondere Situation entwickelt:

„Wenn ich mich recht erinnere“, antwortet Mama, „hast du dir gestern den letzten Rest aus Brot geschmiert.“ „Und warum hast du kein neues gekauft?“ „Weil ich noch keine Zeit hatte!“ Papa legt die Zeitung weg. „Keine Zeit?“, fragt er. „Das gibt’s doch wohl nicht, wenn man den ganzen Tag zu Hause ist.“ „So, das gibt es nicht?!“, sagt Mama. „Nein“, sagt Papa. „Nicht, wenn man sich seine Zeit richtig einteilt.“ „Und an meiner Stelle würdest du dir die Zeit richtig einteilen“, sagt Mama. „Worauf du dich verlassen kannst“, antwortet Papa. „Gut“, sagt Mama. „Dann schlage ich vor, du probierst das gleich heute mal aus.“ Sie steht auf. „So, Herrschaften – ich hab heut meinen freien Tag!“

Weg ist sie. Mit Hilfen von Listen und Plänen, die nichts dem Zufallen überlassen, fängt Papa vor den Augen der staunenden Anna an, den Tag bis ins kleinste Detail zu planen. Es gibt eine Menge zu organisieren: den Einkauf, das Abholen vom Schwimmen, den Kindernachmittag. Zuversichtlich macht sich ein von seinem Tun überzeugter Vater ans Werk. Aber schon ein defekter Mixer bringt das wundervolle Timing total durcheinander. Aus der optimalen Planung wird eine fürchterliche Hektik und schließlich das Chaos pur. Zum Mittagessen gibt’s statt Schnitzel mit Nudeln und Erbsen und der Zitronencreme zum Nachtisch dann auch prompt Currywurst und Pommes von der Bude. Die väterliche Laune hat sich bereits deutlich verschlechtert und auch Anna merkt, dass hier einiges ganz und gar nicht nach Plan läuft. Eine leise lächelnde Mutter, die entspannt auf dem Sofa ihren freien Tag genießt, wird dann Zeugin einer slapstickartigen Serie von Missgeschicken. Alle Mütter dürfen mitgrinsen, alle Väter sich beim nächsten Mal ihre Kommentare verkneifen und alle Leseanfänger sich über eine witzige Geschichte freuen, die Manfred Mai natürlich frei erfunden hat! Ähnlichkeiten von wirklich lebenden Personen mit Familie Schlagenhauf, die es auf vielen witzigen Illustrationen in ganz unterschiedlichen Situationen zu sehen gibt, sind ja auch nur schwer vorzustellen, oder?

Andrea Wanner


Manfred Mai: Mama hat heut frei.
Mit Bildern von Karin Schliehe und Bernhard Mark.
Ravensburger 2002. Gebunden. 64 Seiten.
Ab 7 Jahren. 6,50 EUR.
ISBN: 3-473-34181-9


Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...