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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:41

 

Holly-Jane Rahlens: Prinz William, Maximilian Minsky und ich.

12.03.2004



Atemberaubende Lovestory und noch vieles mehr


Der ersten Liebe ihres Lebens widmet Nelly Sue Edelmeister ebensoviel Energie wie zuvor dem Studium des Alls und der Vorbereitung für den Unterricht.



 

Nelly ist eine brillante Schülerin, die den Berufswunsch Weltraumforscherin mit zäher Energie und dem Wunsch nach einem eigenen Teleskop verfolgt. Ganz nüchtern beschreibt sie sich selbst:

Als Prinz William in mein Leben trat, war ich eine ungeheuer ernsthafte Dreizehnjährige, ein spindeldürres Berliner Schulmädchen mit einem schweren Zopf im Nacken, dicken Brillengläsern auf der Nase und einem Hirn von der Größe der Encyclopædia Britannica. Ich war eine Katastrophe. In Amerika, wo meine Mutter aufgewachsen ist, nennt man Kids wie mich nerds – kein sehr charmanter Ausdruck für Leute mit Superhirn und null Appeal. Und genauso war ich.

Damit ist die Bombe auch schon geplatzt: Objekt ihrer plötzlichen Leidenschaft ist kein geringerer als der englische Adelsspross Prinz William. Zielstrebig fasst Nelly ein Treffen im Jahr 2007 ins Auge, wenn sie im Buckingham Palast anrufen und der Prinzen zu ihrer Anschlussrede an der School of Astrophysics der Universität Oxford einladen wird. Aber weil es bis da doch noch ziemlich lange dauert, scheint ein in Eton geplantes Basketballturnier ihrer Schule ein Wink mit dem Zaunpfahl. Ein kleines Problem gibt es da allerdings: viel unsportlicher als Nelly kann man gar nicht sein und die Aufnahme in die Schulmannschaft scheint mehr als unwahrscheinlich. Da kommt Nelly ein Zufall zu Hilfe: ihr läuft ein seltsamer Spinner über den Weg, der der optimale Basketballtrainer zu sein scheint.

Hinter der Geschichte, die so locker-witzig daherkommt, verbirgt sich außer einer atemberaubenden Lovestory noch eine Menge mehr. Autobiographisch gefärbt war bereits der – leider vergriffene Roman – Becky Bernstein Goes Berlin der Autorin Holly-Jane Rahlens. Jetzt lässt sie ihre Heldin Nelly davon erzählen, wie es ist, als jüdisches Mädchen in Deutschland erwachsen zu werden. Gott und die Welt, Ehekrisen der Eltern, ein unerreichbarer Schwarm und ein merkwürdiger Typ namens Maximilian Minsky: ein cleveres Mädchen macht sich so seine Gedanken und lässt uns zu unserem großen Vergnügen daran teilhaben.

Andrea Wanner

Holly-Jane Rahlens: Prinz William, Maximilian Minsky und ich.
Deutsch von Ulrike Thiesmeyer. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2002. Gebunden. 220 Seiten.
Ab 12 Jahren. 12,90 EUR.
ISBN: 3-499-21159-9

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