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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:42

Louise Yates: Von Hunden und Büchern

03.06.2010

Lesen als Frusttherapie

Bilderbücher über Hunde kennen wir zuhauf,  Bilderbücher über den Zauber des Lesens gibt es ebenfalls, eine Kombination aus beidem ist eher ungewöhnlich. Wir stellen ihn vor, den Hund, der seine Leidenschaft für Bücher, allen Hindernissen zum Trotz, gar zum Beruf macht. Von BEATE MAINKA

 

Ein bisschen sieht er aus wie Idefix, unser Bücherhund, für den es nichts Schöneres gibt, als sich mit Büchern aller Art zu umgeben und mit ihnen zu leben. Da liegt der Entschluss, eine eigene Buchhandlung zu eröffnen, relativ nahe, auch wenn seine Ankündigung in der Hundewelt eher auf Verblüffung und Skepsis stößt.

 

Hund mag Bücher

Am Tag der Eröffnung folgt auf die anfängliche Begeisterung schnell Ernüchterung, die ersten Leute, die den Laden betreten, entpuppen sich als an Büchern Desinteressierte. So beginnt Hund, sich die Wartezeit mit lesen zu vertreiben und schon landet er mitten in Abenteuern mit Dinosauriern, Kängurus und ähnlich spannenden Gesellen. Doch dann schlägt seine große Stunde, als ein kleines Mädchen den Laden betritt und tatsächlich nach Lesestoff verlangt. Und als feinfühliger, engagierter Buchhändler weiß er natürlich ganz genau, welche Bücher seine erste Kundin glücklich machen werden.

 

Von der Leidenschaft für Bücher

Wer jemals eine Buchhandlung betrat, freundlich und kompetent beraten wurde und am Ende das Buch nach Hause trug, das ihm ein unvergessliches Leseerlebnis bescherte, der weiß um die Bedeutung von Hunds Engagement. Für uns Erwachsene ist das nichts neues, aber um Kindern diese für sie noch zu entdeckende Leidenschaft nahe zu bringen, ist dieses humorvolle Bilderbuch bestens geeignet. Hunds vielschichtige Emotionen – die Begeisterung für seine Objekte der Begierde, das gespannte Warten auf die ersten Kunden, die Langeweile des Wartens – sind so treffend dargestellt, dass auch ganz kleine Betrachter sofort im Bilde sind.

 

Der sparsame Text kommentiert das Dargestellte, die Illustrationen sprechen aber durchaus für sich. Man kann dieses Buch auch Nichtlesern schon alleine in die Hand geben, sie werden sich schon ihren Reim aus den Bildern machen. Und anhand dieses Buches, das das Zeug zum allerliebsten Lieblingsbuch hat, werden sie die Geschichte gut nachvollziehen können.            

Die junge englische Autorin aus London kann man mit ihren witzigen, pastellfarbenen Illustrationen durchaus in eine Reihe mit der herrlich unkonventionellen Babette Cole oder dem fast schon klassischen Illustrator John Burningham stellen. Sie alle vereint dieser ganz besondere, augenzwinkernde Blickwinkel auf menschliche Verhaltensweisen, auch wenn sie durch ein Tier verkörpert werden.

 

Identifikationspotential für das junge Publikum wird hier reichlich geboten. Und das kommt so hinreißend daher, dass sich dieses Bilderbuch nicht nur für den noch in den Kinderschuhen steckenden Bücherfan eignet, sondern auch für all diejenigen, die Literatur und/oder Hunde lieben. Damit hat Yates eines dieser ganz besonderen Exemplare von Literatur geschaffen, das generationenübergreifend von allen geliebt werden wird, Vorlesern wie Zuhörern gleichermaßen. Und das ist letztendlich der Schlüssel zu wirklich guter Kinderliteratur.

 

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