Men in Black 3 - jetzt im Kino! Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert
Freitag, 25. Mai 2012 | 21:42

Ingrid Lee: Wunderhund

01.07.2010

Ein Kampfhund zum Kuscheln?

Würden Sie Ihrem Kind guten Gewissens einen Pitbull Terrier als Spielgefährten erlauben? Wahrscheinlich gehen Ihnen bei der Erwähnung dieser Hunderasse Zeitungsartikel von zerfleischten Kleinkindern und schwer verletzten Hundehaltern durch den Kopf. Doch ausgerechnet eine junge Hundedame dieser übel beleumundeten Rasse wird zum Wunderhund. Von BEATE MAINKA

 

Und das geht so: Mackenzie hat in seinem 11-jährigen Leben schon einiges mitgemacht, den Tod der Mutter, die Gewalttätigkeiten des Vaters und den Weggang seines älteren Bruders Kid. Als sein Vater ihm eines Tages ein Fellbündel aufs Bett wirft, entpuppt sich dieses als ein kleines Pitbullmädchen namens Cash. Natürlich ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und natürlich bedeutet Cash die Welt für den Jungen.

Er stört sich nicht an den Vorurteilen, die die Umwelt seinem Hund entgegenbringt, zumal Cash eine sehr gelehrige, kräftige Hündin wird. Als sie Mackenzie gegen eine Gewaltattacke des Vaters verteidigt, sind ihre Tage im Hause gezählt. Der Vater setzt sie aus und der Junge verzweifelt. Cash lernt, auf sich allein gestellt, zu überleben und knüpft Freundschaften mit einer alten Frau und einem kranken Mädchen, die sie durchfüttern.

Und dann kommt ihr großer Tag, an dem sie die alte Frau aus ihrem brennenden Haus rettet und die Bewohner der Stadt an ihren Vorurteilen zu zweifeln beginnen.

 

Lassie für Arme

Eigentlich haben wir diese Geschichte schon hundert Mal gelesen: einsamer Junge bekommt Hund, Hund geht verloren, wächst über sich hinaus, Junge findet Hund wieder – Friede, Freude, Eierkuchen! Genauso funktioniert dieses Kinderbuch auch, mit einem kleinen, aber gewichtigen Unterschied, denn seine tierische Heldin gehört zur ungeliebten Rasse des American Pitbull Terriers, die man im Volksmund gerne als aggressive und gefährliche Kampfhunde bezeichnet. Doch dieser Hund ist anders, wird zum Retter in höchster Not und ist damit so bewundernswert wie weiland Lassie in ihren Fernsehabenteuern. Hinzu kommt, dass Mackenzie mindestens genauso ein Underdog ist wie sein Hund, sozial benachteiligt, ungeliebt, angefeindet. Gemeinsam allerdings sind sie ein starkes Team und verkörpern genau diese ideale Kind-Hund-Symbiose, die uns in vielen Tiergeschichten so zu Herzen geht und kindliche Leser mit Sicherheit begeistern wird. Und da kann man dann auch darüber hinwegsehen, dass die Heldentaten von Cash in der Summe tatsächlich ein wenig unwahrscheinlich anmuten und das Happyend reichlich weichgespült daher kommt. Aber das Buch heißt ja nicht umsonst „Wunderhund“! 

 

Das Hohe Lied auf eine ungeliebte Hunderasse

Man muss schon ein wenig schlucken, wenn eine so vorurteilsbeladene Hunderasse wie der American Pitbull im Mittelpunkt einer Kindergeschichte steht, denn genetisch wurden Pitbulls auf Aggression gezüchtet und sind damit nur für erfahrene Hundebesitzer geeignet. Doch offensichtlich ging es Ingrid Lee genau darum, diese Vorurteile zur Diskussion zu stellen und das setzt sie auch für Kinder verständlich um. Ihre Erzählperspektive richtet sich immer nach dem Erfahrungshorizont ihrer jungen Leser, ohne diese zu überfordern. Sie verschweigt nicht die Gefahren, die von unsachgemäßer Haltung ausgehen – es gibt ein Kapitel, da landet Cash tatsächlich in einer Kampfhundarena -, aber sie vermeidet es auch zu polarisieren. Und so ist dieser Hund eher ein gegen den Strich gebürsteter Held, mit einer großen Kämpfernatur, aber eben kein aggressiver Kampfhund, sondern tatsächlich zum Kuscheln geeignet.      

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:
Das Buch ist sooo toll! ;) Ich liebe es habe selber so einen Hund!
| von ;), 29.11.2010

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Galgenmännchen auf Finnisch

Freiheitsdrang und Träume können riskant sein. Wie riskant, muss der 12jährige Taifun erfahren, der zu seinem eigenen Besten in eine besondere Schule geschickt wird, dem Haus der ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...