Familiengeheimnisse
Damit fertig zu werden, dass die eigene Mutter nicht die ist, für die man sie immer gehalten hat, ist eine Sache. In der Angst zu leben, dass die Verwandlung in ein Stachelschwein vielleicht erblich sein könnte, eine andere. Der morgendliche Blick in den Spiegel legt die fürchterliche Vermutung nahe, dass ihr dasselbe Schicksal droht. Eine Nacht bei der besten Freundin Elisa, Tochter einer sehr eleganten Mutter mit Lockenfrisur, soll ein bisschen für Entspannung sorgen. Aber es kommt ganz anders!
Isol, hinter der sich die 1972 in Buenos Aires geborene Kinderbuchautorin und Illustratorin Marisol Misenta verbirgt, lässt die kleine Alltagsgeschichte ganz aus der kindlichen Perspektive erzählen, während ihre expressiven Grafiken die Realität zeigen. Wir erfahren, wie die Kleine aus dem, was sie sieht, ihre Schlüsse zieht. Ihre Interpretation der Welt ist voller Fantasie und es erwachsen daraus Ängste, die man mit logischen Erklärungen abzutun versuchen könnte oder die man – wie Isol – auch einfach stehenlassen kann. Text und Illustrationen wirken wie kleine, unwiderrufliche Statements. So ist es! Und schon schleicht sich Besorgnis ein. „Ist es wirklich so?“.