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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:47

Erin Mirabella: Gracie Goats großes Rennen

06.12.2010

Heile Welt muss auch mal sein

Da hat man viele Freundinnen und Freunde, es gibt immer etwas zu unternehmen und es ist immer lustig. Bis einer eine Idee hat und man nicht mitmachen kann, weil etwas Wichtiges fehlt. Nämlich der Mut, es zu tun. Woher den Mut nehmen und nicht stehlen? Manchmal muss man nur im rechten Moment den Mund aufmachen. Meint Gracie. Und MAGALI HEISSLER auch.

 

Sommer, Sonne, Freundschaft, die sieben kleinen Heldinnen und Helden, allesamt in niedlicher menschlicher Verkleidung dem Tierreich entstammend, sind glücklich miteinander. Als Howard Horse von seiner Kusine zu einem Fahrradrennen eingeladen wird, beginnt das Abenteuer. Wie unter Freunden üblich, hat Howard nämlich die Idee, dass sie alle zusammen als Team am Rennen teilnehmen. Alles sind begeistert, nur für Gracie ist es eine Katastrophe. Sie kann nicht Fahrrad fahren, sie hat nämlich schreckliche Angst davor. Und nun bekommt sie auch noch Angst, dass sie ihre Freundinnen und Freunde verliert.

 

Gracies Großmutter ist die einzige, die die unglückliche Geschichte aus ihr herauslocken kann. Und dann geschieht etwas, mit dem Gracie nicht gerechnet hat, ihre Großmutter macht ihr ein Geständnis. Gracie staunt. Erwachsene haben auch Angst? Haben sie, bestätigt die Großmutter und dann schließen die beiden einen Handel. Dieser bringt Gracie in den Fahrradsattel und zum Rennen und erfüllt schließlich auch der Großmutter einen langgehegten, aber angstbesetzten Wunsch. Das Leben ist doch schön!

 

Freundschafts-, Sport- und Mutmachgeschichte im Fabel-Gewand

Sie sind putzig, die sieben Tierchen mit ihren vermenschlichten Gesichtszügen, der menschlichen Gestik und in ihren zeitgemäßen Kinderkleidern. Ihre Namen, Alliterationen, die allerdings im US-amerikanischen verblieben sind, sind lustig anzuhören. Die Umgebung ist harmonisch, die Farben unaufdringlich pastellig. Die Verbindung zwischen Text und Bild ist geradlinig, es gibt nichts Zusätzliches zu entdecken, keine Geschichten in der Geschichten, keine augenzwinkernde Ergänzungen. Keine Geheimnisse, nirgends.

 

Die Überraschungen sind hier im Alltäglichen zu finden. So ist Gracies Großmutter eine ganz moderne Frau, emanzipiert, äußerst sportlich, sehr schick gekleidet, keine Apfelbäckchen-Oma mit weißem Dutt und Kittelschürze. Bei Gracies Fahrradunterricht werden auch die negativen Seiten nicht unterschlagen. Hinfallen tut weh, wiederaufstehen übrigens auch. Man sieht das kleine Zielpublikum förmlich nicken und in leidvoller Erinnerung die eigenen Knie betasten.

 

Die Werbung, sich sportlich zu betätigen, kommt klar zum Ausdruck, die einseitige positive Sicht auf Leistungssport auch. Einen Ausgleich schaffen die Autorinnen, indem sie einerseits die Gemeinschaft, das Team, und auf der anderen Seite die Freundschaft betonen. Man hilft sich gegenseitig, wann immer man gebraucht wird. Das ist gerade in der Situation des großen Rennens humorvoll umgesetzt. Die heikle Frage des Siegens ist durchdacht und recht gut gelöst, die Sympathieträgerin ist nicht automatisch die Heldin in jeder Situation. Am Ende gibt es noch ein paar knapp formulierte nützliche Informationen über Radrennen und praktische Tipps, was es beim Sport zu beachten gilt.

 

Ein schön gemachtes Buch und schön anzuschauen, eine freundliche Geschichte mit einem klar erkennbaren, aber freundlich geäußerten pädagogischen Anspruch.


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