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Ole Könnecke: Fred und die Bücherkiste / Bilderbuch ab 5

24.03.2004

 



Kein neues Buch von Ole Könnecke sondern eine bereits 1995 bei ELEFANTEN PRESS erschienene witzige Hommage an das Lesen, die es jetzt im handlichen Miniaturformat gibt: Fred und die Bücherkiste.





 

Ab und zu muss man aufräumen und auf dem Dachboden findet man dabei manchmal unglaubliche Dinge. Auch Fred kommt mit reicher Beute zurück. Fred hatte auf dem Dachboden einen Hut und eine Kiste mit alten Büchern gefunden. Der Hut passte hervorragend, so viel stand fest. Und weil es noch zu früh zum Schlafen war, konnte er genauso gut sofort herausfinden, ob die Bücher etwas taugten. Fred macht es sich auf einem Sessel gemütlich und nimmt Buch Nummer eins zur Hand. Eine Tiergeschichte, die in den Wäldern des hohen Nordens spielt und nach wenigen Seiten mit dem Kommentar "langweilig" weggelegt wird. Das zweite Buch erscheint vielversprechender. Aber auch der spannende Krimi fesselt Fred nur kurze Zeit. Er greift zum nächsten Buch. Und während Fred sich durch die Kiste liest, entgeht im, dass er Besuch hat. Ein Bär steht dicht hinter ihm, beobachtet ihn und führt nichts Gutes im Schilde. Kleine Comicbildchen begleiten eine Geschichte über das Lesen, die ohne viel Worte spannender nicht sein könnte. Buch um Buch werden die verschiedenen Genres abgehandelt: das Passende für unseren jungen Leser scheint nicht dabei zu sein. Das Kinderbuch ist ihm zu albern, der Reisebericht überflüssig, das Piratenbuch kennt er schon. So ganz nebenbei macht sich in dem kleinen Buch im quadratischen Miniaturformat die große Weltliteratur breit. Jules Verne und Hermann Melville lassen grüßen. Und sie sind nicht die einzigen, die Spuren hinterlassen haben.

Könnecke zeigt, wie Lesen zum Erlebnis wird. Der Leser gerät mitten in die Geschichte, die er liest. Grenzen zwischen Realität und Fiktion gibt es nicht mehr. Gelesenes und Erlebtes - wer kann noch sagen, wo das eine aufhört und das andere anfängt? Trotzdem (und wir fassen es kaum): Fred gefallen die Bücher nicht. Ein letzter kleiner Kunstgriff des Autors in Buch Nummer acht vergällt ihm die Lust an dieser Bücherkiste endgültig. Dabei hatte ausgerechnet dieses Märchenbuch so gut angefangen... Fred geht ins Bett - aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte! Witzig, haarsträubend und eines meiner Lieblingsbücher, über das schon Kleine lachen und an dem Große ihren Spaß haben: schöner kann man gar nicht erzählen, wie spannend Bücher sein können und was man verpasst, wenn man nicht liest!

Andrea Wanner

Ole Könnecke: Fred und die Bücherkiste.
Carlsen 2002. Gebunden. 48 Seiten, durchgehend illustriert.
Ab 5 Jahren. 6 ¤.
ISBN: 3-551-51578-6

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