Eigenes und Fremdes
Wirklich fremd? Vieles kennen und erkennen wir. Aber doch vielleicht ein bisschen anders. Jede der Doppelseiten auf Recyclingpapier ist mit weißen Bildern zu einem, manchmal zwei Tätigkeitswörtern bedruckt. SÄEN und ERNTEN, TRAGEN, ZIEHEN, ESSEN, LESEN, TANZEN… Das kennen wir alles auch. Und doch entdecken wir Dinge, die es bei uns so nicht gibt, die wir anders machen.
Es sind detailreiche Bilder, bei denen sich die Einzelheiten zu einem flächigen Muster zusammenfügen. Die Szenen erzählen von einer Gemeinschaft in einem agrarischen Umfeld, wo noch keine Maschinen die Arbeit übernommen haben, wo das Miteinander noch eine viel größere Rolle spielt. Gemeinsam wird der Acker bestellt, gemeinsam geht man Fischen und zieht die gefüllten Netze an Land, gemeinsam wir gefeiert und getanzt. Tiere gehören zum täglichen Leben, werden für die Arbeit eingesetzt, drohen aber auch als Gefahr. Wer sich auf diese Bilder einlässt, wird jedes Mal ein bisschen mehr entdecken und etwas Neues über diese andere Welt erfahren, in der es kein Fernsehen gibt, keinen Computer und keine Autos, wo man das Essen nicht im Supermarkt kauft und das Wasser aus dem Brunnen geholt werden muss.
Wer mag, kann ganz am Ende unter dem Verb ZEICHNEN noch mal genau nachvollziehen, wie die Figuren aufgebaut sind. Und vielleicht bekommt der eine oder die andere Lust, nach dieser Methode selbst Menschen bei den verschiedensten Tätigkeiten aufs Papier zu bannen. Eigentlich ist das gar nicht so schwer.