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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:57

 

Brigitta Garcia López: Flieg, Flengel flieg! / Bilderbuch von 2 bis 100

25.03.2004

 
Es gibt Engel, es gibt Flegel.

Wie der Traum vom Fliegen wahr wird, erzählt eines der ungewöhnlichsten Bilderbücher auf eine beeindruckende, nachhaltige Weise. Und es sollte auf breites Interesse stoßen, denn jedes Kind hat seinen eigenen Flengel, die meisten wissen nur leider nichts davon!


 

Es gibt Engel, und es gibt Flegel. Aber was um alles in der Welt soll ein Flengel sein? Brigitta Garcia López hat in ihrem ausgefallenen Bilderbuch solch ein Wesen erschaffen. Der Flengel entstand wie die übrigen Figuren und Kulissen aus Modelliermasse in Kombination mit diversen Materialien, die einzelnen Szenen des Buches wurden dann im Fotostudio arrangiert und fotografiert. Doch zurück zu der Frage, was oder wer ein Flengel denn nun eigentlich ist. Er ist klein, kann fliegen, liebt Schokolade und Max sieht in plötzlich mitten in der Nacht in halsbrecherischer Fahrt in dem kleinen roten Spielzeugrennauto. Als er entdeckt wird, stellt er sich dem verduzten Jungen vor:

„Ich heiße Flengel. Und bin ein Engel. Ich weiß alles über dich. Seit deiner Geburt begleite ich dich. Dass du mich nicht bemerkt hast, hat mich sehr geärgert. Deshalb habe ich beschlossen, sichtbar zu werden.“

Also doch ein Engel. Zugegeben, ein ziemlich ungewöhnlicher Engel, der mit seiner hellblauen Fliegerkappe und der dazu passenden Brille, der grünen kurzen Hose und den roten Stiefelchen wenig Ähnlichkeit mit einem holden Schutzengelchen hat. Auch wenn Max zwar überrascht aber doch mit kindlicher Gelassenheit auf das Unfassbare reagiert – Tante Sofie verliert beim Anblick von Flengel augenblicklich ihre Beherrschung. Aber nun, wo der Flengel schon mal sichtbar ist, kann er Max einen Riesenwunsch erfüllen: er bringt ihm das Fliegen bei.

Flieg, Flengel, flieg! überrascht Seite um Seite mit schrägen, verrückten Szenen in knallbunten Farben. Umwerfend komisch ist der Anblick eines gedeckten Frühstückstischs mit dem abgestürzten Flengel in einer Kakaotasse. Unvergesslich der Anblick der entgeisterten Tante Sofie mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen und einem offenen Mund. Doppelseitige Bilder mit liebevollen Knetdetails wechseln mit kleineren Bildern, die am Rand noch Raum für Fotosequenzen lassen. So entsteht ein filmähnlicher Eindruck, wie man sich überhaupt das ganze Buch als animierten Trickfilm herrlich vorstellen könnte.

Wie der Traum vom Fliegen wahr wird, erzählt eines der ungewöhnlichsten Bilderbücher auf eine beeindruckende, nachhaltige Weise. Und es sollte auf breites Interesse stoßen, denn jedes Kind hat seinen eigenen Flengel, die meisten wissen nur leider nichts davon!

Andrea Wanner



Brigitta Garcia López: Flieg, Flengel, flieg!
Atlantis / Verlag pro juventute 2002. Gebunden. 36 Seiten, farbig illustriert.
Ab 2 bis 100 Jahren. 13 ¤.
ISBN 3-7152-0468-0

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