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Freitag, 25. Mai 2012 | 21:57

 

Anthony Horowitz: Das Geheimnis von Port West / ab 11

25.03.2004

 

„Gestatten, mein Name ist Rider. Alex Rider.“


Nein, so stellt er sich nicht vor, der neue Junior-James-Bond, der im Auftrag des britischen Geheimnisdienstes auf einen brisanten Fall angesetzt wird. Ganz im Gegenteil.


 

Als Alex’ O­nkel bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, geht der 14jährige elternlose Junge nach wie vor davon aus, dass sein o­nkel bei einer großen englischen Bank angestellt war. Als er die Wahrheit erfährt, ist er schokiert: sein o­nkel war ein Agent und der Unfall war Mord. Und der Fall, an dem er arbeitete, ist noch ungelöst. Die Idee ist verrückt: statt seines verstorbenen o­nkels soll Alex herausfinden, was in Port West vor sich geht. Nach außen hin wirkt alles seriös: ein großzügiger Gönner will allen Schulen im Land einen Computer schenken. Aber es scheint etwas an der Sache faul zu sein. Sein o­nkel war einem Geheimnis auf der Spur und man hatte ihn daran gehindert, mehr herauszufinden.

Ein Abenteuer für einen aufgeweckten Jungen? Von wegen! Anthony Horowitz hat sich aller Zutaten für einen echten Agententhriller bedient. Klar kann Alex klettern, beherrscht Karate und ist Träger des schwarzen Gürtels, natürlich kann er Auto fahren und minutenlang unter Wasser die Luft anhalten, ein Fallschirmsprung ist kein Problem und Geistesgegenwart in jeder Situation sowieso Voraussetzung. Und natürlich wird auch er – wie Bond – mit allerlei nützlichem Spielzeug für seinen Auftrag ausgerüstet.

„Was haben Sie für ihn mitgebracht?“ fragte Mrs Jones.
„Ich hatte leider nicht sehr viel Zeit“, antwortete Smithers. „Die Aufgabe war, zu überlegen, was ein Vierzehnjähriger normalerweise auf eine Reise mitnimmt, und diese Dinge dann ... hm, entsprechend anzupassen.“ Er nahm einen der Gegenstände, die er mitgebracht hatte, in die Hand – ein Jojo aus schwarzem Plastikmaterial, etwas größer als ein normales Jojo. „Fangen wir damit an“ sagte Smithers.
Alex schüttelte den Kopf. Er konnte kaum glauben, was er hier sah. „lassen sie mich raten“, sagte er. „Das ist irgendeine Geheimwaffe, stimmt’s?“
„Nicht ganz. Meine Anweisungen lauteten, dass du keine Waffen mitführen dürftest. Du bist noch zu jung.“
„Also ist das hier keine Handgranate, bei der man am Faden zieht und dann hofft, dass man noch rechtzeitig wegkommt?“
„Ganz bestimmt nicht. Das hier ist ein Jojo.“ Smithers zog den faden heraus und hielt ihn zwischen dem fetten Zeigefinger und dem noch fetteren Daumen. „Nur der Faden ist etwas besonders. Spezialnylon. Ein völlig neuartiges Produkt. Er hat eine Länge von dreißig Metern; man kann damit Gewichte bis zu hundert Kilogramm heben. Das Jojo hat einen kleinen, eingebauten Motor und kann an deinem Gürtel befestigt werde. Ausgesprochen nützlich beim Bergsteigen.“

Das klingt, wie ein Agententhriller klingen muss. Klar, dass Alex Rider es bei den englischen Kids bereits zur Kultfigur geschafft hat. Denn dass er seinen Auftrag zur Zufriedenheit des Geheimdienstes erledigt steht ja – wie bei Bond – außer Frage. Auch wenn es zwischendurch Situaionen gibt, bei denen ihn jeweils nur ein kleines Wunder retten kann. Keine Sorge: es ist jedesmal rechtzeitig zur Stelle, das Wunder. Das Geheimnis von Port West wird jedenfalls von Alex geknackt. Hochspannung pur – und die Aussicht auf weitere Fälle – „Falls wir dich wieder einmal brauchen.“ – was will man mehr!


Andrea Wanner


Anthony Horowitz: Das Geheimnis von Port West.
Aus dem Englischen von Karlheinz Dürr.
Ravensburger 2003. Gebunden. 240 Seiten.
Ab 11 Jahren. 10,95 ¤.

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