Morris ist ein gut aussehender Juwelier - und ein Betrüger. Doch er nimmt er seine schrägen Geschäfte stets auf die leichte Schulter. Das bleibt nicht so.New Yorker Diamantenmilieu: Max Lifkin, Edelsteinhändler in der Stadt am Hudson, erwischt es in Miami wegen einiger Schmuckstücke. Die geraubten Steine werden zurück zum Big Apple gebracht.
Szenenwechsel: Sieben Rabbiner betreten das Detektivbüro von John Shaft. Sie beauftragen ihn, herauszufinden, was in der Diamantenszene eigentlich los ist. In den letzten acht Monaten wurden fünf Händler ermordet. Sein Honorar: 574.000 Dollar. Der schwarze Privatschnüffler sagt da nicht Nein und schleicht sich als Putzhilfe in die Szene ein.In der undurchsichtigen Geschichte wirkt bald auch der israelische Geheimdienst mit. Der Mossad will unbedingt verhindern, dass Avrim Herzels Erfindung künstlicher Diamanten in die falschen Hände gerät. Herzel ist Idealist, er will die Welt mit seinen Glitzersteinchen beglücken: „Meine Diamanten sollen die Welt stärken!“
Natürlich mischen noch andere dunkle Gestalten mit, die den Kuchen ebenfalls für sich alleine haben wollen. Unversehens sitzt John Shaft zwischen allen Stühlen und muss sich selbst gegen den Polizisten Anderozzi verteidigen. Den Fall löst er trotzdem, obwohl er ein ungehobelter Schwarzer ist, der etwas dagegen hat, an der Nase herumgeführt zu werden, denn er geht stets auch mit viel Fingerspitzengefühl vor.
Shaft – ein schwarzer Superstar
Ernest Tidyman erfand den coolen, sexy Detektiv zu Beginn der siebziger Jahre, als endlich die Zeit für einen dunkelhäutigen Krimistar gekommen war. Nach den gewalttätigen Rassenunruhen und der langsam fortschreitenden Emanzipation der Black People in Amerika schien alle Welt auf eine alternative Figur wie Shaft zu warten. John Shaft, der genauso schnell auch mal zuschlägt wie er denkt, entwickelte sich zum Kassenmagneten. Nicht nur im Buchgeschäft, denn die Verfilmung, mit Richard Roundtree in der Hauptrolle, katapultierte den neuen Superman in die vorderste Linie der „Blaxploitation“-Szene. Ernest Tidyman wählte für seine Romane die ruppige Sprache Chandlers, nicht epigonal, aber deutlich in dessen Dunstkreis. Dieser Aspekt kommt im Hörspiel mit aller Deutlichkeit - und Komik! - zu tragen.
Es bietet kurzweiligste Unterhaltung, vor allem durch die markanten Stimmen von Reiner Schöne, Engelbert von Nordhausen und Felix von Manteuffel.
Klaus Hübner
Ernest Tidyman: Shaft und die sieben Rabbiner.
Kriminalhörspiel. 1 CD, 69 Minuten Laufzeit
Erschienen bei: Der >Audio< Verlag.
ISBN 3-89813-357-5.
Preis: 14,95 Euro