Kennzeichen T - 25.05.2012 Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert
Samstag, 26. Mai 2012 | 00:55

 

Dick Francis: Verrechnet

21.04.2005

 
Queen´s Finest

Ein Fließbandromancier? Man könnte fast an der Qualität zu zweifeln beginnen, wenn man sich die Unmenge an Kriminalromanen besieht, die Dick Francis schrieb. Erst der Tod seiner Frau setzte seinem Schaffen dann ein jähes Ende.

 

Sein Lächeln sitzt gemütlich im walisischen Gesicht und entlässt ein krumm-heiteres Gebiss. Sein Silberblick streunt schelmisch umher. Dieser Mann kann mit sich zufrieden sein. Kein Wunder: Dreimal den „Edgar Allen Poe Award“ zu gewinnen ist noch keinem vor ihm gelungen. Und es drängt sich noch so viel mehr in seiner Glasvitrine auf den Kaimaninseln.Zu „Verrechnet“: Sir Ivan lässt ganz überraschend seinen Stiefsohn Alexander Kinlock zu sich nach London holen und bittet ihn um einen seltsamen Gefallen. Ein überaus wertvolles Rennpferd und einen Pokal aus Gold soll er verstecken, denn humorlose Gläubiger und nicht zuletzt seine geldgierige Tochter sind Sir Ivan, dem es gesundheitlich übrigens sehr schlecht geht, auf den Fersen. Die Schlacht um das Erbe beginnt...

Anglonische Irolakonie

Die emotionalen Untiefen einer einflussreichen Familie, das ist eines der Lieblingsthemen des Erfolgsautors. Und auch seine eigene Vergangenheit als äußert erfolgreicher Jockey, ja als Chefjockey der königlichen Rennpferde, lässt er immer wieder in seine Literatur mit einfließen. Bei seinen Krimis stimme alles, beteuert die Frankfurter Rundschau, doch die Produktion des MDR und SWR lässt leider etliche Hörwünsche offen. Allzu müde äpfelt die Geschichte von Szene zu Szene, als das da irgendein Goldpokal gewonnen werden könnte. Da hilft auch die unverwechselbare Stimme eines Rolf Hoppe (als Sir Ivan) nicht mehr zu Platz oder Sieg. Die Buchmacher schließen nur noch leise ihre Schalter... Ja, es gehen in der Regiearbeit von Klaus Zippel tatsächlich so viele knarzenden Türen auf und zu, dass man sich unweigerlich ins Polizeipräsidium einer öffentlich-rechtlichen Krimiserie der späten Nachmittagsstunde versetzt fühlt.Einziger brutaler Lichtblick der Geschichte bleibt ein Grill - eine wunderbar groteske Methode, ungeliebte Personen aus dem Weg zu schaffen. Beinahe erwischt es sogar Alexander Kinlock (gesprochen von Götz Schulte), der im Laufe des knapp einstündigen Familiendramas eine so dominante Präsenz erhält, dass man ihn ganz gerne schmoren sehen würde. Mit seinem Spiel steht und fällt leider das ganze Hörspiel – in unserem Fall ist es gestrauchelt, und zwar nicht weil die Hürde zu hoch gewesen ist, sondern weil Zippel´s Parcours so ermüdete.

Christoph Pollmann


Dick Francis: Verrechnet
Kriminalhörspiel mit Rolf Hoppe, Uta Hallant, Peter Fricke u.v.a.
1 CD, Laufzeit: 51 min.
Produktion: MDR und SWR
Erschienen bei: DER AUDIO VERLAG

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...